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Jasper von Altenbockum (kum.)

Corona-Treffen : Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Im Zweiwochenrhythmus: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, im Kanzleramt. Bild: Reuters

Eine Mallorca-Ostern-Lockdown-Politik wird die Unzufriedenheit über das Corona-Management nicht auffangen. Denn kaum etwas funktioniert wirklich so gut, dass man sagen könnte: es funktioniert.

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          Auch wenn es wie strenge Politik aussieht, dass der Lockdown nun bis weit nach Ostern verlängert werden soll, so steckt darin doch auch eine Fortgeltung der „Öffnungsperspektive“, wie sie Anfang März beschlossen wurde. Nur rückt die „Notbremse“ angesichts der „dritten Welle“ viel weiter in den Vordergrund, als man es damals wahrhaben wollte. Sie wird nun noch einmal geschärft, und die „Ruhepause“ über Ostern unterstreicht, wie schnell die Öffnungsperspektive sich in ihr Gegenteil verwandeln kann. Zum ersten Mal seit Anfang der Pandemie herrscht in Deutschland an diesen fünf Tagen ein „harter“ Lockdown (sieht man einmal davon ab, dass sich an den Öffnungszeiten der Supermärkte mit Ausnahme des Gründonnerstags nicht allzu viel ändert).   

          Wirklich entbehrungsreich ist diese Entscheidung der Bund-Länder-Konferenz nur für die Urlauber, die sich Hoffnung auf eine „kontaktarme“ Osterzeit im Ferienhaus gemacht hatten. Besonders die Küstenländer hatten sich bis zuletzt gegen den Reiseverzicht gewehrt. Das kann man gut verstehen angesichts der Tatsache, dass der Flug nach Mallorca zwar möglich ist, nicht jedoch der Ausflug an die Müritz. Diese Absurdität konnte die Konferenz nur insofern bekämpfen, als Mallorca-Urlauber nun einen Test vorweisen müssen, und ansonsten von Reisen generell abgeraten wird.

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