https://www.faz.net/-gpf-9xzjt

Corona-Fake News : Wie russische Medien Verunsicherung erzeugen

Herr über die Propaganda: Präsident Putin bei seiner Corona-Ansprache vergangene Woche Bild: AFP

Russische Medien versuchen während der Corona-Pandemie mit Fake News und Verharmlosungen Stimmung gegen westliche Regierungen zu machen – längst sind sie damit in den Blick der Verfassungsschützer gerückt.

          4 Min.

          Wer verunsichern will, muss manchmal nur die richtigen Fragen stellen. Zum Beispiel: „Corona-Krise: Fehlerhafte Daten Grundlage weitreichender politischer Entscheidungen?“ So tut es das Internet-Portal „Sputnik Deutschland“ am Wochenende. In dem Artikel stellt es gleich zu Anfang in Frage, dass das Corona-Virus krank mache, denn es gehe ja um „die von ihm mutmaßlich ausgelöste Krankheit Covid-19“. Und dass soziale Distanz helfen soll, sich vor der Ansteckung zu schützen, dafür fehle die „Evidenz“. Zudem werde die Sterberate überschätzt. Überhaupt: Das Robert-Koch-Institut und die Bundesregierung wollten „Angst und Panik“ schüren, schreibt Sputnik unter Berufung auf ein wenig bekanntes Online-Portal.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Und so geht es weiter, die verschwörungstheoretischen Weiten des Internets bieten dafür reichlich Quellen. Sputnik Deutschland wird – wie mehr als 30 andere Sputnik-Nachrichtenkanäle auf der Welt – vom Kreml finanziert. Es gehört zur Medienholding „Russland Heute“, die im Jahr mehr als 100 Millionen Euro vom russischen Staat erhält. Die generelle Linie, die von den Sendern der russischen Auslandspropaganda gefahren werden soll, wird in wöchentlichen Treffen im Kreml festgelegt. Die Ausgestaltung obliegt allerdings den einzelnen Redaktionen in den zahlreichen Ländern, die entscheiden, welche Themen dort am besten „zünden“.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Zurzeit ein teurer „Spaß“: Häuser in einem Neubaugebiet in Frankfurt am Main

          Hauskauf in der Metropole : Wenn das Eigenheim nur eine teure Seifenblase ist

          Ist es sinnvoll, wenn sich Eltern an der Finanzierung von Eigenheimen ihrer Kinder beteiligen? Nicht immer – denn auch Gutverdiener können sich in Großstädten nicht ohne weiteres ein Reihenhaus leisten, wie unser Kolumnist vorrechnet.