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Bildungsverluste durch Corona : Um 200 Jahre zurückgeworfen

  • -Aktualisiert am

Situation zuhause entscheidet über Lernerfolg: Schüler im Homeschooling Bild: AP

Die Corona-Pandemie hat die sozialen Unterschiede unter den Schülern verschärft. Denn sie setzte außer Kraft, was die Schule täglich an Egalisierung leistet.

          3 Min.

          Corona hat die Schule in nahezu vormoderne Verhältnisse zurückversetzt. Das ist die ebenso ernüchternde wie zutreffende Bilanz des Berliner Bildungshistorikers Heinz-Elmar Tenorth, der alle Errungenschaften der vergangenen 200 Jahre aufgelöst sieht: die universale Beschulung, die einheitliche Form von Schule und Unterricht sowie von individuellem Lernen im sozialen Kontext in einem festgelegten Zeitrahmen. Stattdessen wurden die Nachteile und Vorzüge der sozialen Herkunft wie in feudalen Verhältnissen wieder erzeugt, als Unterricht Recht und Pflicht der Eltern war, die für private Beschulung oder einen Hauslehrer sorgen konnten.

          Die Corona-Krise hat die sozialen Unterschiede eindeutig verschärft. Denn sie hat außer Kraft gesetzt, was die Schule täglich an Egalisierung leistet. Auch dem letzten Kritiker der allgemeinen Schulpflicht und des öffentlichen Schulsystems dürfte klargeworden sein, was es für eine Errungenschaft ist, jedem bei ganz unterschiedlichen Ausgangslagen prinzipiell gleiche Bildungschancen zu eröffnen. Die Abhängigkeit des Bildungserfolgs vom Geldbeutel der Eltern wurde ebenso aufgelöst wie die Leistungsbewertung nach Gutdünken und sozialer Herkunft. Noten und die Zurechenbarkeit von Leistungen gehören bei allen Unzulänglichkeiten zu den Gerechtigkeit fördernden Elementen eines modernen Schulsystems.

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