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Corona-Engpass : Regierung will Studenten in Geldnot helfen

Studenten im April 2014 in Koblenz Bild: dpa

Zwei von drei Studierenden jobben nebenher, um über die Runden zu kommen. Die Pandemie gefährdet ihre Existenz. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek kündigt Kredite für sie an. Die SPD sagt: Das reicht nicht.

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          Zwei Drittel der Studenten arbeiten neben dem Studium, um ihre Miete und ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können. Häufig sind es diejenigen, die kein Bafög bekommen oder nur einen geringen Anteil des Höchstsatzes. Sie kellnern, machen Garderobendienste, helfen bei Veranstaltungen oder sind DJs in Clubs. All diese Beschäftigungen sind während der Corona-Pandemie weggefallen. Das bringt die Studenten in finanzielle Engpässe, die manche schon an einen Studienabbruch haben denken lassen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Seit Wochen streiten sich Bundesbildungsministerin und die SPD, wie man diesen Studenten helfen könnte. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat nun eine Überbrückungshilfe für die Betroffenen angekündigt. Dazu gehören auch diejenigen, die schon Bafög beziehen, sofern sie keine anderen Einkünfte wie ein Stipendium oder eine Förderung als Erasmus-Studenten haben. „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Corona-Pandemie Studenten in den Abbruch oder die Aufgabe ihres Studiums treibt“, sagte die Ministerin am Donnerstag in Berlin.

          Den Studenten in coronabedingten Finanznöten stellte sie ein zinsloses Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Aussicht, der bis zum 31. März 2021 zinslos bleiben wird. Das gelte sowohl für neue Antragsteller, die vom 1. Mai an hinzukämen, als auch für die Studenten, die zwischen Mai 2020 und März 2021 bereits laufende Kredite ausgezahlt bekommen. Für die besonders betroffene Gruppe der ausländischen Studenten werde von Juli 2020 bis März 2021 der Studienkredit geöffnet. Das zinslose Darlehen hat eine Höhe von bis zu 650 Euro im Monat und könne unbürokratisch online beantragt werden. „Das ist ein faires, schnelles und wirksames Angebot für die betroffenen Studenten“.

          Anja Karliczek im März in Berlin

          Insgesamt könne ein Darlehensvolumen von bis zu einer Milliarde Euro aktiviert werden. Neben der Hilfe über die KfW werde ein Nothilfefonds der örtlichen Studentenwerke von 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit solle solchen Studenten geholfen werden, die unmittelbar anderweitige Hilfe benötigen und keine andere Unterstützung in Anspruch nehmen könnten. Für die Rückzahlung gelten die üblichen Modalitäten der KfW. Die Karenzphase von 6 bis 23 Monate im Anschluss an die Auszahlungsphase sei eine tilgungsfreie Zeit.

          Finanziert werden sollen die Hilfen durch nicht abgerufene Bafög-Mittel. Die SPD hatte dagegen gekämpft, eine reine Kreditlösung anzubieten und eine Öffnung des Bafög gefordert. Doch damit war sie am „ideologischen Widerstand“ Karliczeks gescheitert, wie der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Oliver Kaczmarek sagte.

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