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Streecks neue Heinsberg-Studie : „In Deutschland müssten schon 1,8 Millionen Menschen infiziert sein“

Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik in Bonn, in einem Labor seines Instituts Bild: dpa

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat in Gangelt einen der ersten Corona-Hotspots erforscht. Im Interview erklärt er, was er Neues über die Sterblichkeit, die häufigsten Symptome, das Risiko für Männer und Frauen oder die Ansteckungsgefahren in Familien herausfand.

          7 Min.

          Herr Professor Streeck, Sie haben schon Anfang März angefangen, in einem der deutschen Infektions-Hotspots zu forschen, in der Gemeinde Gangelt in Heinsberg, wo es nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar zu einem Sars-CoV-2- Ausbruch kam. Nun ist Ihre Studie, bei der Sie einige hundert Personen repräsentativ ausgewählt und auf eine mögliche Infektion untersucht haben, beendet. Was sind die Ergebnisse?

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Eingeflossen in die Studie sind die Daten von 919 Personen aus 405 Haushalten. Bei diesen haben wir eine Infektionsrate von 15 Prozent gesehen. Offiziell infiziert, also gemeldet, waren in Gangelt aber nur 3,1 Prozent. Das heißt wir haben einen fast fünfmal so hohen Wert an Infizierten festgestellt, die überwiegend nicht wussten, dass sie sich angesteckt hatten. Dabei muss man berücksichtigen, dass die Tests auf Antikörper, in diesem Fall auf Immunglobulin-G, eine Spezifität von 99 Prozent haben: Einer von 100 Tests ist falsch positiv. In einem Hochprävalenz-Gebiet wie Gangelt mit einer Infektionsrate von 15 Prozent kann man das allerdings zum Teil vernachlässigen.

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