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Diakonie-Chef zu Corona : „Das Parlament muss bei der Impfpflicht aufwachen“

Kann Leben retten: Die Mitarbeiterin eines mobilen Impfteams klebt in einem Alten- und Pflegeheim in Tübingen nach einer Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer bei einer Bewohnerin ein Pflaster auf den Arm Bild: dpa

Dass die Impfpflicht im Bundestag gescheitert ist, hält Ulrich Lilie für fatal – das sei vielen Pflegern nicht zu vermitteln. Trotzdem solle an der einrichtungsbezogenen Impfpflicht festgehalten werden, fordert er im Interview.

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          Herr Lilie, nach langen Diskussionen hat sich der Bundestag nicht zu einer allgemeinen Impfpflicht durchringen können. Sie haben in der Debatte stets für die Impfpflicht geworben. Wie enttäuscht sind Sie?

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Ich habe die einrichtungsbezogene Impfpflicht, die seit Mitte März unter anderem in Krankenhäusern und Pflegeheimen gilt, immer als einen ersten richtigen Schritt auf dem Weg zu einer allgemeinen Impfpflicht gesehen. Das war ja auch die sinnvolle Ankündigung der Politik. Dass die Impfpflicht für alle – oder zumindest für sehr viele – folgt, das war auch immer ein wichtiges Argument an die Adresse jener Beschäftigten, die sich ungleich behandelt fühlten. Dass die Politik jetzt auf dieses wichtige Ins­trument zur weitsichtigen Pandemie­bekämpfung verzichtet, ist in mehrfacher Hinsicht ein fatales Signal.

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