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Corona : Der Ernstfall ist die Regel

Schulbetrieb in Baden-Württemberg im Juni vor dem Beginn der Sommerferien Bild: dpa

Dass zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern kurz nach der Öffnung wieder geschlossen werden mussten, spricht nicht gegen die Rückkehr zum Regelbetrieb. Im Gegenteil. So sieht die neue Normalität an Schulen aus.

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          Die Schließung zweier Schulen in Mecklenburg-Vorpommern scheint alle Befürchtungen zu bestätigen, die gegen den „Regelbetrieb“ vorgebracht werden. Doch sie zeigt eigentlich das Gegenteil eines frühzeitigen Scheiterns. Denn der Regelbetrieb bedeutet genau das: Schließung und Quarantäne, wenn Corona-Fälle auftauchen, schnelle und umfassende Tests. Dann wieder Öffnung, wenn sich herausstellt, dass es sich um isolierte Fälle handelt. Das ist die neue Normalität in Corona-Zeiten und wird es bleiben, solange es keinen Impfstoff gibt. Dass der Ernstfall nun so schnell eintraf, spricht nicht gegen den Regelbetrieb, zu dem der Ernstfall nun einmal gehört, sondern gegen alle Versuche, ihn noch länger hinauszuschieben. Denn das würde bedeuten, die Schule bis auf weiteres blindlings abzuschaffen.

          Darauf sind vor allem die Lehrerverbände hinzuweisen, die nichts unversucht ließen, um gegen die Wiedereröffnung der Schulen Stimmung zu machen. Lehrern steht ohne Zweifel besonderer Schutz zu, weil sie besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Kritik und Stimmungsmache gegen den Schulbetrieb überschreiten aber eine Grenze, wenn nicht mehr erkennbar ist, dass Interessenverbände ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft als ganzer gerecht werden. Es gibt viele Eltern, Kaufleute, Arbeiter und Angestellte, die nicht das Privileg haben, ihre Gesundheit über alles andere stellen zu können – sie sind schlichtweg auf Arbeit angewiesen und darauf, dass aus ihren Kindern etwas wird. Dafür müssen die Schulen geöffnet sein.

          Homeschooling? In der Tat könnte der Regelbetrieb ganz anders aussehen, wenn das Lernen zu Hause ein Erfolgsrezept wäre. Doch Befragungen wie kürzlich die des Ifo-Instituts haben das ganze Ausmaß eines einzigen Fehlschlags offenbart. Der lässt sich durch noch so viele Digitalpakte nicht beheben, sondern allenfalls durch mehr Lehrer. Die hatten in all dieser Zeit erschreckend wenig Kontakte zu ihren Schülern. Auch deshalb haben sich die Lehrerverbände nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Elternbeiräte haben offenbar eine wesentlich bessere Kinderstube.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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