https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-demo-als-symbolischer-sieg-fuer-reichsbuergerszene-16930894.html
Bildbeschreibung einblenden

Corona-Demonstration in Berlin : „Die Leute wurden sofort von der Reichsbürgerideologie absorbiert“

Ein Demonstrant mit Reichsflagge am Samstag vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Bild: EPA

Tobias Ginsburg recherchierte 2017 monatelang in der Reichsbürgerszene. Am Samstag in Berlin habe sie einen „symbolischen Sieg“ errungen, sagt er – und warnt vor dem Einstieg in rechtsextreme Denkmuster durch Corona-Proteste.

          4 Min.

          Herr Ginsburg, wie werden die Bilder von den schwarz-weiß-roten Reichsflaggen vor dem Bundestag von den Anhängern der Reichsbürgerszene gewertet?

          Anna-Lena Ripperger
          Redakteurin in der Politik.

          Man konnte wirklich den Eindruck gewinnen, dass die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag eine monströse Reichsbürger-Vorstellung war: die Flaggen, die ganze Rhetorik und Ästhetik, der versuchte „Sturm“ auf den Reichstag. Wir haben es hier mit einem symbolischen Sieg zu tun. Und dieser Coup ist allein dadurch gelungen, dass wir – Politik, Medien, Gesellschaft – uns viel zu lange nur punktuell mit der verschwörungsideologischen Szene beschäftigt haben. Deshalb haben wir jetzt Schwierigkeiten, zu erklären, wie es überhaupt so weit kommen konnte, und wundern uns über die Vermischung von Rechtsextremisten mit scheinbaren Durchschnittsbürgern. Davon profitiert die Szene ungemein.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Geteiltes Leid: Mit dem Jahreswechsel werden Mieter und auch Vermieter den CO2-Preis zahlen.

          Neue Regeln bei Miete : Wohnen wird bürokratischer

          Vermieter und Mieter müssen in diesem Jahr viele neue Vorgaben der Politik beachten. Für manche wird das teuer. Ein Überblick.
          Herzog Eberhard im Bart (1445 –1496) mit Reichssturmfahne und Palmstab. Seinen Wahlspruch „Attempto“ (Ich wage es) soll er bei der Gründung der Tübinger Universität 1477 ausgerufen haben. Das Porträt befindet sich im Landesmuseum, eine Kopie im Rathaus von Markgröningen.

          Umbenennung der Tübinger Uni : Lieber namenlos als historisch

          Studentenvertreter wollen die Umbenennung der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen durchsetzen und könnten die notwendige Mehrheit bekommen. Historische Fakten geraten in den Hintergrund. Ein Gastbeitrag.