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Corona-Booster : Impfzentren im Winterschlaf

Corona-Impfung in Nürnberg Bild: dpa

Eigentlich sollten die Impfzentren Ende September schließen. Weil es nötig ist, den Impfschutz aufzufrischen, können manche Einrichtungen aber länger in Betrieb bleiben. Warum machen davon nicht alle Bundesländer Gebrauch?

          2 Min.

          Dass der Impfschutz gegen das Coronavirus nicht ewig hält, ist inzwischen recht klar. In einigen Bundesländern haben daher bereits Auffrischimpfungen begonnen. Nordrhein-Westfalen hat erste Impfteams in die Pflegeheime geschickt, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Düsseldorf am Donnerstag sagte. Und auch in Bayern wusste der Gesundheitsminister vom Beginn sogenannter Booster zu berichten. Klaus Holetschek (CSU) sprach am Donnerstag von 2900 Impfungen, die bereits verabreicht worden seien – zwei Drittel in einem der Impfzentren.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Überhaupt die Impfzentren: Während die Einrichtungen zum Beginn der Impfkampagne maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die jeweils vorhandenen Impfstoffe so schnell wie möglich verabreicht werden konnten, ist ihre Rolle nun nicht mehr klar umrissen. Bund und Länder hatten zunächst vereinbart, dass der Zuschuss des Bundes für den Betrieb der bundesweit 432 Zentren zum 30. September endet und die Zentren mithin geschlossen werden sollten.

          Doch die schleppend verlaufende Impfkampagne – bis Mittwoch galten nur knapp 61 Prozent der Menschen im Land als vollständig geimpft – in Verbindung mit der angenommenen Notwendigkeit von Auffrischimpfungen hat die Rechnung. Ende Juni hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern daher beschlossen, dass die Länder ihre Zentren „bei Bedarf in entsprechend deutlich reduziertem Umfang weiterbetreiben“ können. Die Impfzentren im Winterschlaf – kann das funktionieren?

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          Immerhin sehen einige Länder einen Bedarf dafür. In Bayern hat sich die Landesregierung entschieden, einzelne Zentren bis Ende April mit verringerter Kapazität weiterzubetreiben. Pro Landkreis oder kreisfreier Stadt soll ein Zentrum als „Basisstation“ bestehen bleiben, wie ein Sprecher des Ministeriums am Freitag sagte. Dort sollen die mobilen Impfteams angesiedelt bleiben, zudem ist eine Sprechstunde für Bürger geplant, die sich impfen lassen wollen. Falls nötig, sollen die Zentren diesen „Stand-by-Betrieb“, wie ihn der Sprecher nannte, innerhalb von vier Wochen wieder verlassen können und ihre ursprüngliche Kapazität erreichen.

          Ähnlich ist die Lage in Rheinland-Pfalz. Dort werden zwar die meisten der 31 Impfzentren Ende September geschlossen. In Germersheim, Kaiserslautern, Ludwigshafen, Mainz und im Rhein-Lahn-Kreis läuft ein verringerter Betrieb bis zum 31. Dezember weiter, die Zentren in Mainz-Bingen, Koblenz, Neustadt und Trier sollen bis Ende April bestehen bleiben. Auch Thüringen macht von der Möglichkeit Gebrauch, einzelne Zentren als „ortsnahe Impfstellen“ weiterzubetreiben, wie ein Sprecher des Sozialministeriums sagte.

          In anderen Ländern schließen die Zentren zum Monatsende ganz. Baden-Württemberg hat seine neun größten Impfzentren bereits Mitte August geschlossen, in den 45 kleineren Zentren soll spätestens zum 30. September Schluss sein. Man gehe davon aus, dass die Booster „überwiegend durch die niedergelassene Ärzteschaft“ erfolgen, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart. In Sachsen schließen bis zum Monatsende alle 13 verbliebenen Impfzentren, in Niedersachsen gehen in 50 Einrichtungen die Lichter aus. Weitere 28 Zentren schließen dann in Hessen, 14 sind es in Sachsen-Anhalt und 28 in Schleswig-Holstein.

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