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Kritik an Belegungsplanung : „Wenn wir Patienten gut versorgen wollen, müssen wir sie gut verteilen“

Angemessene Hilfe: Behandlung eines Patienten auf der Isolierstation für das Coronavirus in der Asklepios-Klinik in Langen Bild: Frank Röth

Das Problem der zweiten Welle sei weder die Zahl der Betten noch fehlendes Geld oder ein Mangel an Beatmungsgeräten, warnen Intensivmediziner. Entscheidend sei eine durchdachte Verteilung von Covid-Patienten – und genug Personal.

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          Angesichts exponentiell steigender nachgewiesener Infektionen mit dem Sars-Cov2-Virus fordern führende Intensivmediziner, die Verlegung von Covid-Patienten besser zu koordinieren. Götz Geldner, der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten verlangt eine durchdachte Verlegungsplanung. „Anders als in der ersten Pandemie-Welle wollen wir ja den Regelbetrieb in den Krankenhäusern zu 60 bis 70 Prozent aufrechterhalten, das heißt, wir müssen die Kapazitäten für Covid-Patienten viel besser koordinieren.“ Es gebe zwar das Divi-Intensivregister, in dem die Kliniken freie Intensiv- und Beatmungsbetten tagesaktuell meldeten, das sei aber nur eine unzulängliche Bestandserhebung.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Nach Ansicht von Hartmut Bürkle, dem Direktor der Klinik für Intensivmedizin und Anästhesiologie am Universitätsklinikum Freiburg, kann ein gutes Verlegungsmanagement einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, um die Letalität unter schwerkranken Covid-Patienten deutlich zu senken: „Die nachweisbare Übersterblichkeit in der ersten Pandemie-Phase lag auch daran, dass kritisch Erkrankte nicht gezielt genug auf die Zentren mit der größten Behandlungskompetenz verteilt wurden.“ Das sind in Baden-Württemberg neben den fünf Universitätskliniken etwa 40 weitere Zentren mit entsprechenden Kompetenzen zur Beatmung von Patienten mit schwerem Lungenversagen und zur Sauerstoff-Anreicherung außerhalb des Körpers.

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