https://www.faz.net/-gpf-a0qeo

Corona-Ausbruch bei Tönnies : SPD wirft Laschet Führungsschwäche vor

  • Aktualisiert am

Im öffentlichen Raum dürfen nun nur noch zwei Menschen oder Menschen aus einem Familien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen, wie die Landesregierung am Dienstag mitgeteilt hatte. Zudem sollen eine Reihe von Freizeitaktivitäten unterbleiben. So müssen den Angaben zufolge zum Beispiel Museen, Kinos, Fitnessstudios, Hallenschwimmbäder und Bars vorübergehend geschlossen werden. Die Vorschriften für die neuen Einschränkungen gelten zunächst für eine Woche bis zum 30. Juni.

Vertreter beider Kreise sprachen von einem „Lockdown light“, da Geschäfte und Restaurants weiter geöffnet sein dürfen. Er nenne die Maßnahmen „Lockdown soft oder Lockdown light“, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Dienstagabend in Gütersloh vor einer Sitzung des Kreistages. „Wenn man das vergleicht mit dem, was wir im März hatten, ist das was, mit dem man sich arrangieren kann. Längst nicht so hart und nur auf eine Woche begrenzt“, erklärte er.

Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sollen Bewohner und Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen in den kommenden Tagen durchgetestet werden. Gleiches gelte für Mitarbeiter der Krankenhäuser, Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel und Kioskpersonal. Getestet werden sollen auch die Beschäftigten von Unternehmen und Subunternehmen, die zentrale Gemeinschaftsunterkünfte betreiben oder in einem nennenswerten Umfang Werkvertragsarbeitnehmer beschäftigen.

Alle Bürger der beiden Kreise sollen außerdem die Möglichkeit erhalten, kostenlos einen Test durchführen zu lassen. Die Bevölkerung werde durch Zeitungsannoncen und Lautsprecherdurchsagen zur Testung aufgerufen. „Wir werden auch öffentliche Teststationen über Bundeswehr und Rotes Kreuz errichten“, erklärte Laumann. Auf diese Weise soll abschätzbar werden, ob und inwieweit sich das Coronavirus verbreitet hat. Der Andrang auf Corona-Testungen unter der Bevölkerung ist jedoch so groß, dass schon am Mittwochmorgen die Kapazitäten ausgelastet gewesen waren. „Jetzt wollen sich viele testen lassen“, sagte eine Sprecherin des Kreises. Es mache keinen Sinn mehr, sich anzustellen, Menschen würden auf Donnerstag vertröstet.

Erstmal anstellen: Zahlreiche Einwohner wollen sich am Mittwoch auf das Virus testen lassen.
Erstmal anstellen: Zahlreiche Einwohner wollen sich am Mittwoch auf das Virus testen lassen. : Bild: Reuters

Mehr als 1500 Tönnies-Beschäftige sind nach bisherigen Angaben des Kreises Gütersloh nachweislich infiziert. Rund 7000 Mitarbeiter wurden schon vor den Test unter Quarantäne gestellt. Zudem wurden im Kreis Gütersloh schon vor Tagen alle Schulen und Kitas vorsorglich geschlossen. Im Kreis Warendorf sind die Schulen und Kitas ab Donnerstag geschlossen. Nur in Oelde sind die Einrichtungen bereits ab diesem Mittwoch nicht mehr geöffnet. In der 30.000 Einwohner zählenden Stadt wohnen etliche Tönnies-Mitarbeiter.

In Bulgarien wurden inzwischen drei heimgekehrte Tönnies-Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt. Das sagte der Bürgermeister des südwestbulgarischen Beliza, Radoslaw Rewanski, am Dienstagabend dem Fernsehsender bTV. Die drei Tönnies-Mitarbeiter seien in Deutschland auf das Coronavirus getestet worden, wüssten aber nicht, wie die Tests ausgefallen seien. Sie sollen nach Angaben des Bürgermeisters nun an diesem Mittwoch erneut getestet werden.

Weitere Themen

Fünf Millionen Infizierte in Indien

Corona-Pandemie : Fünf Millionen Infizierte in Indien

Indien überschreitet die Schwelle von fünf Millionen Infizierten. Das Gesundheitsministerium meldete mehr als 90.000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Trotzdem hält die Regierung an ihrem Plan fest, die Beschränkungen weiter zu lockern.

Topmeldungen

Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.
Die Unilever-Zentrale in Rotterdam

Teurer Abzug aus Niederlande : Ein kühner Plan gegen Unilever

Unilever will seine Ko-Zentrale in Rotterdam schließen – und würde damit die niederländische Unternehmenswelt auf den Kopf stellen. Doch der Umzug könnte für den Konzern teuer werden.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.