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Erste Zwischenbilanz : Corona-App bereits 6,5 Millionen Mal heruntergeladen

Die Corona-Warn-App im Einsatz. Bild: Lando Hass

Auf großer Bühne hat die Bundesregierung am Dienstag die Corona-App vorgestellt und die Bürger gebeten, sie herunterzuladen. Das haben am ersten Tag Millionen Menschen getan. Wie viele fehlen, damit die App wirkt?

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          Die neue Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts ist in den ersten Stunden bereits mehrere Millionen Mal heruntergeladen worden. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vom Mittwochmorgen wurden bereits 6.453.606 Downloads gezählt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Das sind weit  über sechs Millionen Gründe, warum das Coronavirus künftig weniger Chancen hat.“ Der Chef des Softwarekonzerns SAP, Christian Klein, nannte am Mittwoch eine ähnliche Größenordnung bei der Zahl der Downloads. SAP war an der Entwicklung der Anwendung beteiligt.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Seit Dienstagmorgen ist das Programm in den App-Stores von Apple und Google verfügbar; sie wird zunächst auf Deutsch und Englisch angeboten. Inzwischen hat Apple auch auf Kritik reagiert, der zufolge die Anwendung im eigenen App-Store am Dienstagvormittag zunächst schlecht zu finden war. Auf der Startseite des App-Stores weist Apple nun großformatig auf die „offizielle Warn-App“ hin.

          Unklar ist, wie viele Menschen die App nutzen müssen, damit sie wirkt. Sie soll einen Beitrag dazu leisten, Infektionsketten nachzuverfolgen und Neuansteckungen zu vermeiden. Bislang war in Berichten oft die Rede davon, dass sich mindestens 60 Prozent der Bürger beteiligen müssten. Das wären kapp 50 Millionen Nutzer in Deutschland. Die Zahl bezog sich auf eine Simulation von Forschern an der Universität Oxford. Laut einer Mitteilung der Universität sagte der Physiker Christophe Fraser, die Pandemie könne angehalten werden, wenn „etwa 60 Prozent“ der Bevölkerung die Anwendung nutzen. Die Modellrechnung bezog sich auf eine virtuelle Stadt mit einer Million Einwohner. „Aber sogar bei weniger Nutzern erwarten wir eine Verringerung der Zahl von Infizierten und Toten“, sagte Fraser.

          An dem Forschungsprojekt war auch die Immunologin Lucie Abeler-Dörner beteiligt. Sie sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Am besten funktioniert die App tatsächlich, wenn viele Leute sie nutzen. Unsere Simulationen zeigen jedoch, dass die App anfängt zu wirken, sobald 15 Prozent der Bevölkerung mitmachen.“ Bezogen auf ganz Deutschland, wären das etwas mehr als zwölf Millionen Downloads. Demnach wäre die Hälfte der mindestens erforderlichen Downloads am ersten Tag erreicht worden.

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          Ärztevertreter haben die Bürger unterdessen dazu aufgefordert, die Anwendung herunterzuladen. Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery lobt die deutsche Corona-Warn-App. „Ich habe die App geladen und bin davon überzeugt, dass sie ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie ist", sagte er der Zeitung „Passauer Neue Presse“. Wenn sich die große Mehrheit der Bevölkerung die App herunterlädt und den Empfehlungen folgt, dann kann man davon ausgehen, dass sie weiterhilft.“ Ob sich die Anwendung letztlich bewähre, hänge davon ab, „wie sie genutzt wird“, sagte Montgomery.

          Hausärzte erwarten durch die Anwendung mehr Beratungsanfragen. Unter Patientinnen und Patienten herrsche wegen der Pandemie noch immer große Verunsicherung, sagte der Chef des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, der Zeitung „Rheinische Post“. „Dieser Aufklärungsbedarf in den Hausarztpraxen wird sicherlich mit der App noch einmal zunehmen.“ Bei einer Warnung durch die Anwendung sei es nach den Worten Weigeldts sinnvoll, sich zunächst telefonisch in der Hausarztpraxis zu melden. „Ist der Patient über die App gewarnt, hat er dann auch die Möglichkeit, getestet zu werden.“ Telefonisch würden die Hausärzte die Patienten weiterhin so aufklären, wie sie das auch bislang bei möglichen Infizierten getan hätten.

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