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Corona-Pandemie : Angriffe auf Impf-Ärzte

  • -Aktualisiert am

Ärzte, die impfen, sehen sich Anfeindungen ausgesetzt - während viele Menschen, hier bei einer Impfaktion in Frankfurt, dankbar für ihre Arbeit sind Bild: dpa

Ärzte werden immer häufiger von Impfgegnern beschimpft, verleumdet oder sogar mit dem Tode bedroht. Verbände fordern: Lasst uns damit nicht allein!

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          Ärzte in Deutschland werden zunehmend von Impfgegnern attackiert. Die Angriffe reichen von verleumderischen Einträgen auf Bewertungsportalen über Beschimpfungen per E-Mail und Telefon bis zu Morddrohungen. Als Grund wird dabei genannt, dass die Ärzte Menschen gegen Corona impften. Einige Mediziner mussten bereits Polizeischutz in Anspruch nehmen, Praxen vorübergehend schließen.

          Ärztevertreter schlagen Alarm. Sie sorgen sich um ihre Kollegen, aber auch um das Vertrauen zwischen Ärzten und Patienten. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sagte der F.A.S., Attacken wie die gegenwärtigen seien vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. „Das macht etwas mit einem.“ Er sieht die Entwicklung als Teil einer „Hysterisierung der Gesellschaft“, unter der nun das medizinische Personal in den Praxen leiden müsse. Auch der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, beklagt, dass gerade impfkritische Menschen Arztpraxen zunehmend als „Instrument der Politik“ wahrnähmen. Als Reaktion auf die Bedrohung rief der Deutsche Ärztetag in dieser Woche dazu auf, „Gewalt gegen medizinisches Personal gesamtgesellschaftlich zu ächten“. Oft gingen die Probleme schon los, wenn Patienten aufgefordert würden, in der Praxis die Corona-Regeln einzuhalten, und das verweigerten. Die „zunehmend mit Aggression vorgetragene Anspruchshaltung“ Einzelner erschwere die Arbeit; hinzu komme Schlimmeres, bis hin zu tätlichen Angriffen.

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