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Corona an Schulen : Wissenschaftler kritisieren volle Klassen

Eine Frage des Alters? Virologen weisen auf die Unterschiede zwischen Grundschülern und Jugendlichen hin, was die Verbreitung des Virus angeht. Bild: dpa

Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass Jugendliche überdurchschnittlich oft infiziert sind. Virologen halten den Satz, dass Schulen keine Treiber der Pandemie seien, deshalb für nicht mehr haltbar.

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          Virologen kritisieren die bisherige Haltung der Länder, wonach Schulen keine Treiber der Pandemie seien. Der Direktor des virologischen Instituts am Universitätsklinikum Düsseldorf, Jörg Timm, sagte der F.A.S., er halte das „so für nicht mehr haltbar.“ Kleinere Kinder steckten sich zwar seltener mit dem Coronavirus an, könnten es bei einer Infektion aber genauso weitergeben. Kinder ab zwölf Jahren seien sogar „genauso ansteckungsfähig wie Erwachsene“, sagte Timm. „Daher spielen Schulkinder definitiv eine Rolle.“

          Livia Gerster

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch die Direktorin der Frankfurter Virologie, Sandra Ciesek, mahnte, jüngere und ältere Kinder bei der Schuldiskussion zu unterscheiden. Warum Grundschüler das Virus weniger verbreiten als Jugendliche, sei nicht ganz klar. Das Immunsystem von Kindern spiele eine Rolle, möglicherweise ebenso die weniger ausgeprägte Symptomatik und das Verhalten. Zur Eindämmung der Pandemie habe der Distanzunterricht bei älteren Kindern und Jugendlichen daher vermutlich einen größeren Effekt als bei Grundschulkindern.

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