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Corona als Brandbeschleuniger : Wie antisemitisch sind die Deutschen?

Ein Ungeimpfter demonstriert mit einer Binde, die an den Judenstern erinnert. Bild: dpa

Nach einer Umfrage des Jüdischen Weltkongresses denkt jeder fünfte Deutsche antisemitisch. Unter den Jungen liegt der Anteil sogar noch deutlich höher. Das hängt auch mit den vielen Verschwörungstheorien über die Pandemie zusammen.

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          Hat der Judenhass in Deutschland in der Corona-Pandemie ein neues Ausmaß erreicht? Nach einer Umfrage des Jüdischen Weltkongresses (World Jewish Congress (WJC)) denkt jeder fünfte erwachsene Deutsche antisemitisch. Unter den 18- bis 29-Jährigen ist es demnach sogar fast jeder Dritte. Zahlreiche Verschwörungstheorien über die Pandemie bedienen sich demnach antisemitischer Vorurteile und richten sich explizit gegen Juden.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          „Die Ergebnisse sind alarmierend. Sie zeigen das Ausmaß des Hasses und der Ressentiments gegenüber Juden, insbesondere unter jungen Deutschen. Es ist verstörend zu sehen, wie weit Verschwörungsglaube und antijüdische Vorurteile verbreitet sind“, sagt WJC-Präsident Ronald S. Lauder zu der von ihm in Auftrag gegebenen, repräsentativen Onlineumfrage mit 5000 Teilnehmern in ganz Deutschland. „Gleichzeitig schwindet das Wissen über den Holocaust. Die Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger: Menschen vergleichen den Holocaust verharmlosend mit Impfungen. Unter dem Deckmantel vermeintlicher Kritik an Corona-Maßnahmen ist Antisemitismus noch gesellschaftsfähiger und damit gefährlicher geworden.“ Ein Fünftel aller Befragten gab jeweils mindestens einmal an, dass Juden im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen zu viel Einfluss in Finanzen, Politik, Medien oder in Konflikten und Kriegen hätten. Unter den 18- bis 29-Jährigen hat sogar fast ein Drittel (29 Prozent) eine solche Einstellung.

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