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Claudia Roth : Mit einem Staatsamt beworfen

Claudia Roth Bild: dpa

Die Grünen meinen es gut mit der Mutter aller Nervensägen. Aber auch Trittin wurde nach der Wahlniederlage mit einem neuen Job belohnt: mit dem des Schuldigen.

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          Wer meinte, endlich Ruhe vor Claudia Roths mitteilsamer Betroffenheit über so ziemlich alle Missstände dieser Welt zu haben, hat sich zu früh gefreut. Die Grünen nominierten ihre scheidende Vorsitzende für das Amt der stellvertretenden Bundestagspräsidentin, und nach altem Parlamentsbrauch ist sie damit so gut wie gewählt.

          Weil kaum noch Provokateure zur Ordnung gerufen werden müssen wie einst Joseph Fischer, kann sich die Vizepräsidentin Roth darauf konzentrieren, als Stimme des Weltgewissens aufzutreten, wenn die Parteien zu ihren Füßen wieder einmal nicht begriffen haben, wer ganz, ganz schlimm ausgebeutet, unterdrückt und diskriminiert wird.

          Darin ist sie, auch wenn es um sie selbst geht, besser als jede andere Nervensäge, weswegen die Grünen ihre Mater dolorosa diesmal nicht mehr nur mit Bonbons beworfen haben, sondern gleich mit einem Staatsamt. Für Künast findet sich nach ihrem großherzigen Verzicht schon noch etwas anderes. Nur Trittin steht, dafür sorgten die drei Damen, weiter als der große Verlierer da. Selbst bei den Grünen muss es wohl wenigstens einen Schuldigen geben.

          Berthold Kohler
          (bko.), Herausgeber

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