https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/christine-lambrecht-gegen-wehrpflicht-trotz-ukraine-krieg-18326545.html

Trotz Ukraine-Krieg : Lambrecht gegen Wiedereinführung der Wehrpflicht

  • Aktualisiert am

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht spricht bei der Bundeswehr-Tagung 2022 in Berlin. Bild: dpa

Eine Debatte um die Wehrpflicht „hilft uns wenig in der aktuellen Situation“, so Verteidigungsministerin Christine Lambrecht. Zugleich sind die Bewerberzahlen für die Bundeswehr Berichten zufolge rückläufig.

          1 Min.

          Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) lehnt eine Wiedereinführung der Wehrpflicht trotz der durch den Ukraine-Krieg veränderten Bedrohungslage ab. „Eine Wehrpflicht-Debatte hilft uns wenig in der aktuellen Situation“, sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Es dauert seine Zeit, Soldatinnen und Soldaten auszubilden – unter einem Jahr macht das wenig Sinn.“ Zudem gebe es weder genügend Kasernen, Ausbilder noch das Gerät für zehntausende Wehrpflichtige.

          Auch die vom Bundesverfassungsgericht angemahnte Frage der Wehrgerechtigkeit lasse sich „nicht so einfach beantworten“, fügte sie hinzu. Die Wehrpflicht müsste auch Frauen umfassen und dürfte „nicht nur jeden Vierten in einem Jahrgang betreffen“.

          Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt

          Laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) nimmt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für die Streitkräfte ab. Die Bewerberzahlen für den militärischen Dienst in der Bundeswehr seien seit Anfang 2022 rückläufig, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln.

          Zugleich steigt die Zahl der Kriegsdienstverweigerer innerhalb der Bundeswehr laut dem RND-Bericht deutlich an. In diesem Jahr gingen nach Angaben eines Sprechers des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bisher 657 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ein. Im gesamten vergangenen Jahr waren es demnach nur 209. Viele Antragsteller begründen ihre Verweigerung den Angaben zufolge mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

          Weitere Themen

          Nach dem Straßenkampf die Streiks

          Proteste in Iran : Nach dem Straßenkampf die Streiks

          Die Ankündigung, die Sittenpolizei aufzulösen, ist wirkungslos verpufft. Es mehren sich die Zeichen, dass die Proteste einen Keil zwischen Mullahs und Revolutionswächter treiben könnten.

          Topmeldungen

          Wankt die islamische Republik? Eine Frau im traditionellen Tschador vor einem Wandbild in Teheran

          Proteste in Iran : Nach dem Straßenkampf die Streiks

          Die Ankündigung, die Sittenpolizei aufzulösen, ist wirkungslos verpufft. Es mehren sich die Zeichen, dass die Proteste einen Keil zwischen Mullahs und Revolutionswächter treiben könnten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.