https://www.faz.net/-gpf-9j2gq

Antisemitismus : Charlotte Knobloch nach AfD-Eklat bedroht

  • Aktualisiert am

Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, wird seit ihrer Rede zum Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus bedroht. Bild: dpa

Während einer Gedenkveranstaltung im Bayerischen Landtag hatte Charlotte Knobloch die AfD attackiert. Seitdem wird sie bedroht und beschimpft.

          1 Min.

          Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, ist seit ihrer Auseinandersetzung mit der AfD im bayerischen Landtag nach eigenen Angaben Ziel massiver Bedrohungen. „Seitdem erreichen mich beinahe im Minutentakt wüste Beschimpfungen, Drohungen und Beleidigungen per E-Mail und Telefon“, sagte Knobloch der „Augsburger Allgemeinen“.

          Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München hatte die AfD am Mittwoch bei einem Gedenkakt für die Opfer des Nationalsozialismus des bayerischen Landtags als verfassungsfeindlich kritisiert. Daraufhin verließ der Großteil der AfD-Fraktion noch während Knoblochs Rede unter Protest den Plenarsaal. Im Anschluss an diesen Eklat griff die AfD-Fraktionschefin, Katrin Ebner-Steiner, Knobloch persönlich an und warf dieser eine „respektlose Behandlung“ der AfD vor.

          „Die Gefahr, die von der Partei und ihren Anhängern für unsere freiheitliche Demokratie ausgeht, wird so überdeutlich und zeigt nur noch mehr, dass die Demokraten in unserem Land gegen sie zusammenstehen müssen“, sagte Knobloch der „Augsburger Allgemeinen“. „Dass die AfD auch den bayerischen Landtag für eine Selbstinszenierung nutzen würde, wusste ich“, fügte sie hinzu. „Den Eklat hatte ich in dieser Form dennoch nicht erwartet.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          F.A.Z.-Serie Schneller Schlau : Hauptsache, der Riesling fließt

          Die Weinernte dieses Jahr wird wohl unterdurchschnittlich, aber besser als letztes Jahr. Wie die Erntemengen schwankt auch der Geschmack der deutschen Weintrinker – einer Sorte aber bleiben sie seit Jahren treu.
          Aufgebracht: Wieder haben Frauen in Warschau gegen die Verschärfung des Abtreibungsverbots demonstriert.

          Abtreibungsgesetz in Polen : „Die Revolution ist eine Frau“

          In Polen demonstrieren Tausende seit Tagen gegen das verschärfte Abtreibungsgesetz. Der Protest reicht sogar bis in die Gottesdienste. Welche Lager stehen einander hier gegenüber?
          Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, im Gerichtssaal im August.

          Bushido im Abou-Chaker-Prozess : „Ich habe meine Frau geschlagen“

          Beim Prozess gegen Arafat Abou-Chaker wird Bushido vor Gericht persönlich: Er habe im Streit zwischen Abou-Chaker und seiner Frau die „dümmste Entscheidung“ seines Lebens getroffen. Auch den anschließenden Tiefpunkt schildert er.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.