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Gesundheitszustand verbessert : Charité: Nawalnyj braucht keine Beatmung mehr

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Aleksej Nawalnyj, einer der führenden russischen Oppositionspolitiker im Dezember 2014 Bild: dpa

Der Gesundheitszustand des Kremlkritikers Aleksej Nawalnyj hat sich weiter verbessert. Er kann das Bett nun zeitweise verlassen.

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          Der Gesundheitszustand des Kremlkritikers Aleksej Nawalnyj hat sich nach Angaben des Berliner Klinikums Charité weiter verbessert. Er müsse nicht mehr beatmet werden und könne sein Krankenbett zeitweise
          verlassen, teilte die Charité am Montag in Berlin mit.

          Die Bundesregierung hat unterdessen weitere Labore in die Untersuchung der Vergiftungsursache des russischen Oppositionellen Nawalnyj einbezogen, der seit drei Wochen im Berliner Universitätskrankenhaus Charité behandelt wird. Nach der Analyse eines Labors der Bundeswehr wurde Nawalnyj mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte in Berlin mit, die Bundesregierung habe „mit Frankreich und Schweden weitere europäische Partner um eine unabhängige Überprüfung des deutschen Nachweises anhand erneuter Proben von Herrn Nawalny gebeten“. Die Ergebnisse dieser Überprüfung „durch Speziallabore in Frankreich und Schweden“ lägen nunmehr vor „und bestätigen den deutschen Nachweis“.

          Da es sich bei Nowitschok um einen chemischen Nervenkampfstoff handele, komme sein Einsatz bei der Vergiftung Nawalnyjs überdies einem schwerwiegenden Verstoß gegen das Chemiewaffenübereinkommen gleich. Seibert teilte weiter mit, die Bundesregierung habe daher außerdem die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) „in die Analyse von Beweismitteln im Fall Nawalnyj einbezogen“. Die Grundlage dafür ergebe sich aus dem Chemiewaffenübereinkommen, das allen Vertragsstaaten die Möglichkeit eröffnet, technische Unterstützung durch die OPCW zu erhalten. Die Organisation habe auf dieser Grundlage Proben von Nawalnyj genommen und „die nötigen Schritte eingeleitet, um diese durch Referenzlabore der OPCW untersuchen zu lassen“.

          Die Bundesregierung sieht sich durch diese Schritte und die schwedischen und französischen Untersuchungsergebnisse in ihrer Haltung gegenüber Moskau bestätigt. Seibert sagte, „wir erneuern die Aufforderung, dass sich Russland zu den Geschehnissen erklärt; wir stehen mit unseren europäischen Partnern in engem Austausch zu weiteren Schritten“.

          Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte unterdessen nach Angaben seines Ministeriums einen für Dienstag geplanten Besuch in Berlin ab. Als Grund dafür nannte das Außenministerium in Moskau am Montag eine Änderung der Pläne von Bundesaußenminister Heiko Maas. Die Sprecherin des Auswärtigen Amtes, Maria Adebahr, hatte am Mittag in Berlin allerdings auf die Frage nach einem Besuch Lawrows am Dienstag in Berlin gesagt, ihr sei von einem solchen Termin nichts bekannt.

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