https://www.faz.net/-gpf-9ifm0

Hackerangriff : Chaos Computer Club: Angreifer hat viele Fehler gemacht

  • Aktualisiert am

Der Hacker hinterließ wohl zu viele Spuren. (Symbolbild) Bild: dpa

Der Chaos Computer Club hält es für wahrscheinlich, dass der Hacker, der persönliche Daten von fast 1000 Politikern und Prominenten veröffentlicht hat, gefasst wird. Er habe zu viele Spuren hinterlassen.

          1 Min.

          Im Fall des Online-Angriffs auf knapp 1000 Politiker und Prominente hat der unbekannte Täter nach Ansicht des Chaos Computer Clubs (CCC) zu viel von sich bekannt gegeben. Hacker @_0rbit habe Spuren hinterlassen, die zumindest darauf schließen lassen, in welchem Dunstkreis er sich aufhält.

          „Das Vorgehen war einfach sehr unvorsichtig, es wurde mit den Betroffenen gechattet, es wurden Details des Vorgehens preisgegeben. Es wurden sehr viele Metadaten, Zugriffszeiten und Motivationen, Rechtschreibfehler, eigene Gedanken in diesen Daten hinterlassen“, sagte CCC-Sprecher Linus Neumann am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Das sind alles kleine Puzzlestücke darauf, wie der Angreifer drauf ist, was seine Motivation ist und wann er was getan hat.“

          Nach Ansicht von Neumann hat der Angreifer ein „viel zu großes Geltungsbedürfnis“. Er habe sich regelmäßig damit gerühmt, bestimmte Personen in Fallen gelockt und ihre Accounts übernommen zu haben. „Stellen Sie sich einen Bankräuber vor, der nach seiner Tat damit angibt, wie einfach es war, eine Bank zu überfallen oder wie viel Geld er jetzt hat – das geht nicht lange gut.“

          Und: „Bei solch einer Fülle an Daten wäre ich überrascht, wenn sich nicht am Ende ein Bild ergeben würde, das fähige Strafverfolgungsbehörden relativ schnell dazu bringt, diese Person zu fassen“, erklärte der CCC-Sprecher. Zumal es schon erste Hausdurchsuchungen bei Menschen gegeben habe, die aus dem Umfeld des Täters stammten.

          Vom Vorgehen des Täters distanziert Neumann sich deutlich. „Wir haben einen ganz klaren Grundsatz: „öffentliche Daten nützen, private Daten schützen“. Das mit den Schützen der privaten Daten wurde in dem Fall nicht so ernst genommen, insofern ist es ein ganz klarer Verstoß gegen unsere ethischen Leitlinien.“

          Der Chaos Computer Club interessiere sich selbstverständlich für die technische Seite des Hackings, „wir machen das aber mit einer gesellschaftlichen Verantwortung“, erklärte Neumann. „Das heißt, wir setzen unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten dafür ein, bekannte Sicherheitslücken zu schließen, Personen zu warnen und so darauf hinzuarbeiten, dass die Welt insgesamt eine sicherere wird.“

          Weitere Themen

          Droht eine Intervention Moskaus?

          Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

          Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.

          Topmeldungen

          Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

          Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

          Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
          Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

          Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

          In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.