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Cem Özdemir und die Partei : Grüne Kämpfe, grüne Ziele

Cem Özdemir auf dem Online-Parteitag der Grünen im Mai 2021 Bild: dpa

Bei den Grünen ist der Aufstand der Parteilinken gegen den Ultrarealo Cem Özdemir verpufft. Glück gehabt. Denn wenn die Partei in der Ampel fürs Klima kämpfen will, muss sie geschlossen sein.

          3 Min.

          Für die Grünen gibt es nach dem Liliputaneraufstand der Parteilinken gegen die Ministerpläne des Ultrarealos Cem Özdemir eine gute Nachricht und eine schlechte. Die schlechte: Der alte Flügelkrieg war wieder da. Die gute: Er war kurz, und es ist nicht einmal klar, ob es wirklich ein Flügelkrieg war. Als der Pulverdampf sich am Donnerstagabend nach einem Tag Heckengeballer verzogen hatte, standen die Rebellen da und hatten nichts erreicht. Özdemir war und blieb Minister in spe, auch wenn er jetzt das Agrarressort führen muss, das er partout nicht wollte. Es bleibt bei dem Eindruck, dass eine banale Personalintrige sich hier als Flügelkampf getarnt hat. Das zeigt sich schon daran, dass der linke Flügel der Grünen den Koalitionsvertrag der Ampel erstaunlich gefasst aufnimmt.

          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Die Spitze der Grünen Jugend, die sich als rebellisch sieht und es dann doch nicht immer ist, hat ihren Mitgliedern empfohlen, den Vertrag zu billigen. Auch die Basis „auf der Straße“ ist nicht gerade im Begriff, für den Sturm auf das grüne Hauptquartier am Berliner Platz vor dem Neuen Tor die Rammböcke in Stellung zu bringen. Fridays for Future ist zwar vor allem mit den Klimakapiteln der Koalitionsvereinbarung unzufrieden. In den Tweets der Bewegung firmiert die Ampel schon als #KlimakrisenKoalition. Aber Luisa Neubauer, die bekannteste deutsche Aktivistin der Szene, meint zugleich, man habe – trotz aller Mängel – mit dem Koalitionsvertrag „Unvorstellbares erkämpft“.

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