https://www.faz.net/-gpf-9ww67

CDU-Vorsitz : Röttgens Frau ohne Namen

  • -Aktualisiert am

Eine Ära endet: Es gibt in der Union Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen und Angela Merkel, aber insgesamt zu wenig Frauen Bild: Matthias Lüdecke

Norbert Röttgen und Friedrich Merz versprechen für den Parteivorsitz noch tollere Teamlösungen als Armin Laschet: mit Frauen! Doch woher nehmen?

          1 Min.

          Es gibt eine Frau, die beim Ringen um die künftige CDU-Parteispitze mitkämpfen will! Wir kennen zwar noch nicht ihren Namen, auch nicht ihre politischen Vorhaben, aber immerhin ihr Geschlecht.

          Dass Norbert Röttgen, der richtigerweise auch von einer Richtungsentscheidung spricht, die die CDU nun treffen müsse, wie der Zauberer Houdini eine noch namenlose Frau aus dem Hut zaubert, mit der er antreten wolle, lässt tief blicken. Er saß vergangene Woche als erster auf der Vorstellungsbank, er hätte als erster sagen können: Ich trete im Team an. Das hat er aber nicht. Hektisch setzte er nun einen Tweet ab, nachdem sich Armin Laschet und Jens Spahn am Dienstag als Tandem präsentierten. Auf Nachfrage erklärte dann auch Friedrich Merz, dass er nach einem Wahlsieg einer Frau den Posten des Generalsekretärs anbieten werde.

          Welche Rolle kommt diesen Frauen zu? Die zumindest der Öffentlichkeit noch unbekannte Frau in Röttgens „Team“ soll offensichtlich seine Position verbessern. Wer auch immer es ist oder werden wird, sie hat nun nicht mehr die Gelegenheit, gleichberechtigt mit ihm, wie das in einem Team üblicherweise läuft, ihre Ideen für den Parteivorsitz vorzustellen.

          „Ich bin kein dekoratives Salatblatt“

          Man fühlt sich etwas an den Wettkampf um den SPD-Vorsitz erinnert. Auch da waren die prominenten Kandidaten Männer. Klara Geywitz sagte damals zwar, dass sie nicht das „dekorative Salatblatt“ für Olaf Scholz sei, in der Außenwirkung (und häufig in der Wahrnehmung) war sie aber nur Teil des „Team Scholz“.

          Dass in der CDU (bislang) keine Frau selbständig ihren Hut in den Ring geworfen hat, eröffnet aber auch den Blick auf eine unbequeme Wahrheit: Die knapp zwanzig Jahre, die nun Frauen an der Parteispitze waren, haben verdeckt, dass es von unten bis oben noch immer zu wenige Unionspolitikerinnen gibt. Das hat wohl mehrere Gründe: Zu wenige wollen sich engagieren, und diese haben dann oft höhere Hürden zu überwinden als ihre männlichen Kollegen.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Sorgen um das Weihnachtsfest und die CDU

          F.A.Z.-Newsletter : Sorgen um das Weihnachtsfest und die CDU

          Die entscheidende Phase rund um die Corona-Strategie für die nächsten Wochen beginnt, der ehemalige französische Präsident muss sich vor Gericht verantworten und AKK ermahnt die CDU-Kandidaten. Was heute wichtig wird steht im Newsletter für Deutschland.

          EU sichert sich weitere Impfdosen Video-Seite öffnen

          Corona : EU sichert sich weitere Impfdosen

          Die EU-Kommission hat einen Vertrag über 160 Millionen Corona-Schutzimpfungen mit dem amerikanischen Hersteller Moderna geschlossen.

          Topmeldungen

          Hildburghausen in Thüringen

          Corona in Ostdeutschland : Hildburghausen schließt sich ein

          Lange gab es im Osten kaum Corona-Fälle, doch nun häufen sich dort die Infektionen. Ausgerechnet während des „Lockdown light“ steigen die Zahlen teils dramatisch. Einen Landkreis in Thüringen trifft die Pandemie besonders stark.
          Torgarant: Erling Haaland zeigt seine heutige Ausbeute an

          3:0 gegen Brügge : Borussia Dortmund dreht auf

          Nach dem 3:0 im Hinspiel zeigt der BVB gegen den FC Brügge abermals eine starke Darbietung und setzt sich mit dem gleichen Resultat durch. Der Einzug ins Achtelfinale ist nah.
          Scheinbar kühlschranktauglich: der in Oxford entwickelte Corona-Impfstoff

          Anti-Corona-Serum aus Oxford : Haben die Briten den Impfstoff für alle?

          Es passt nicht in das britische Selbstverständnis, dass deutsche und amerikanische Forscher zuerst einen Impfstoff präsentiert haben. Also preist man im Königreich die Kühlschranktauglichkeit der Substanz.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.