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Als Team in die CDU-Spitze : Wie Laschet und Spahn ihre Mitbewerber unter Druck setzen

Eineinhalb Stunden vor Friedrich Merz: Das Team Laschet/Spahn in der Bundespressekonferenz Bild: AFP

Ihr Teamplay bringt die Mitbewerber Merz und Röttgen in die Bredouille, denn Armin Laschet und Jens Spahn könnten zusammen viele in der CDU hinter sich bringen. Bedacht lassen die beiden Unterschiede zwischen sich anklingen.

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          Armin Laschet und Jens Spahn sind schneller. Eineinhalb Stunden vor Friedrich Merz kündigt der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen am Dienstagmorgen seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz an, Jens Spahn sichert ihm seine Unterstützung zu, er will Stellvertreter werden. Der 59 Jahre alte Laschet und der 39 Jahre alte Gesundheitsminister treten als Team an, denn es komme, so sagt Spahn, in der CDU „jetzt auf Zusammenhalt und Zusammenführen“ an. Die gemeinsame Bewerbung setzt die Mitbewerber Friedrich Merz und Norbert Röttgen unter Druck, denn Laschet und Spahn könnten zusammen viele in der Partei hinter sich bringen. Laschet gilt manchen in der CDU als zu liberal, doch Jens Spahn kann manche Konservative und nicht zuletzt viele aus der Jungen Union gewinnen.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Spahn spricht als erster und malt ein dramatisches Bild vom Zustand der CDU. Sie befinde sich „in der größten Krise“ ihrer Geschichte in der Bundesrepublik. Spahn sieht Laschet und sich selbst als Retter in solcher Not. Er wolle nicht, dass Angela Merkel die letzte Bundeskanzlerin der CDU sei. Deshalb brauche die Partei jetzt schnell Klarheit, was ihr Profil und was ihre Führung angeht. Spahn lässt ein paar Töne anklingen, die klarmachen, welchen Teil der CDU er repräsentieren will. Es gehe um einen „weltoffenen Patriotismus“, der Heimat, Familie und Tradition wertschätze und damit Offenheit gegenüber der Welt möglich mache. Spahn hat das immer mal wieder als modernen Konservatismus bezeichnet. „Man kann gleichzeitig für Grenzschutz und Klimaschutz sein“, sagt er.

          Spahn fehlt es nicht an Selbstbewusstsein. Er macht indirekt klar, dass er sich als durchaus geeignet für den CDU-Vorsitz ansieht, schließlich hat er sich 2018 in einem Dreikampf mit Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer schon darum beworben. Doch in den vergangenen Tagen habe er „intensiv nachgedacht“ und beschlossen, nicht zu kandidieren. „Es kann nur einen Parteichef geben“, sagt Spahn. Die CDU sei schließlich „größer als jede Einzelne von uns“.

          „Es kann nur einen Parteichef geben“

          Gemeinsam wollen Spahn und Laschet an diesem Morgen den Eindruck erwecken, als repräsentierten sie durchaus schon die gesamte CDU, als brauchte es die anderen Kandidaten Merz und Röttgen gar nicht mehr. Merz findet notgedrungen Erwähnung, über den anderen Kandidaten sagt Laschet nur: „Ich will heute nicht über Norbert Röttgen sprechen.“

          Bedacht lässt das Team Laschet/Spahn die Unterschiede zwischen den beiden anklingen – gegen Spahns Wunsch nach einem aufgeklärten Patriotismus setzt Laschet den Anspruch, es müsse wieder einen Bildungsaufstieg unabhängig vom Elternhaus geben. Hier säßen die konservative Strömung und die soziale Richtung der Partei einträchtig nebeneinander, sollen Botschaften wie diese sagen, die sich durchaus auch schon an die 1000 Delegierten des CDU-Sonderparteitages richten, der am 25. April die Führungsfrage der CDU beantworten wird.

          Laschet wirbt überdies mit seinem Amt für sich: Als Ministerpräsident des größten Bundeslandes – Nordrhein-Westfalen hat 18 Millionen Einwohner – kenne er eben einfach alles: Stadt und Land, Industrie und Landwirtschaft, Braunkohle und Windräder. „Meine Erfahrung als Ministerpräsident….“, sagt Laschet gern, oder „Wir haben in Nordrhein-Westfalen...“ schon dies und jenes gemacht. Es klingt, als wolle er wenigstens einen kleinen Amtsbonus aus seiner Regierungsfunktion im Westen ziehen – und daraus einen Anspruch über den Parteivorsitz hinaus in Richtung der Kanzlerkandidatur ableiten.

          Jens Spahn verzichtet zugunsten von Armin Laschet auf eine Kandidatur für den CDU-Vorsitz und will Stellvertreter sein.

          Laschet zieht diese Verbindung auch ganz offen: Wenn die Entscheidung über den CDU-Vorsitz gefallen sei, dann sei damit auch klar, wie der CDU-Vorschlag für den Kanzlerkandidaten laute. Anschließend aber müsse mit der CSU ein gemeinsamer Kandidat gefunden werden.

          Laschet illustriert die dramatische Weltlage, zählt von China über die Vereinigten Staaten bis zu Syrien die Ortsmarken auf, an die sich Herausforderungen und Probleme knüpfen, und will damit den Eindruck erwecken, er könne nicht nur Nordrhein-Westfalen, sondern auch Weltpolitik. Auch das wirkt wie eine gezielte Ergänzung zu Spahn, der zuvor die ernste Lage der Partei ausgemalt hat.

          Schließlich sucht Laschet sogar sein ausgleichendes Naturell als Pluspunkt geltend zu machen. Wie er sich, falls er Parteivorsitzender werde, gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel profilieren wolle, lautet eine Frage. „Man gewinnt nicht Profil in der Partei, indem man sich von anderen abgrenzt“, heißt Laschets Antwort. Er habe keinen Profilierungsbedarf, stellt er fest. Und lässt den Hinweis folgen, er sei ja schon lange im Führungsteam der CDU, als stellvertretender Parteivorsitzender, er habe ja schon lange an der Führung mitgewirkt.

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