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Allensbach-Umfrage : Kanzlerpartei im Ungewissen

Wie lange noch? Noch steht Armin Laschet im Schatten von Angela Merkel. Bild: Reuters

Das Meinungsklima für die Union ist aktuell nicht schlecht. Das liegt aber immer noch vor allem an der Kanzlerin. Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet muss sich erst noch profilieren.

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Gut ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl ist die Lage für die Partei der Bundeskanzlerin unübersichtlich. Einerseits hat die Regierung in den ersten Monaten der Pandemie deutlich von dem profitiert, was man „Stunde der Exekutive“ nennt: Angesichts der drohenden Gefahr versammelte sich die Bevölkerung hinter der Regierung. Die Beliebtheitswerte der Kanzlerin und auch von CDU/CSU stiegen. Andererseits scheint dieser Effekt allmählich abzuklingen. Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Regierung in der Corona-Krise ist seit dem Herbst deutlich zurückgegangen. Es ist noch unklar, ob und, wenn ja, in welchem Maße sich dies in den Wahlabsichten niederschlagen wird.

          Ein weiterer Unsicherheitsfaktor liegt in der Tatsache, dass die CDU erst kürzlich einen neuen Vorsitzenden gewählt hat und noch kein Kanzlerkandidat der Union bestimmt wurde. Man muss annehmen, dass die aktuellen Popularitätswerte der CDU/CSU eine Reaktion auf das derzeitige Handeln der Regierung unter Angela Merkel sind.

          Anhänger noch etwas orientierungslos

          Über die Chancen ihres Nachfolgekandidaten sagen sie allenfalls sehr begrenzt etwas aus. Die Lage der CDU zum Beginn des Wahljahres spiegelt sich auch in der aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der F.A.Z. wider. Neben einigen für die Partei positiven Aspekten zeigt sie auch eine gewisse Orientierungslosigkeit bei den Anhängern.

          Das allgemeine gesellschaftliche Klima ist für CDU und CSU derzeit nicht ungünstig. Auf die Frage „Würden Sie sagen, die CDU/CSU gefällt Ihnen alles in allem gut oder nicht so gut?“ antworteten 31 Prozent der Befragten, die Union gefalle ihnen gut. Das ist im Vergleich zu früheren Wahljahren ein durchschnittlicher Wert.

          Besonders aufschlussreich ist der Vergleich dieses Ergebnisses mit dem der Frage „Einmal abgesehen von Ihrer eigenen Meinung: Was glauben Sie, gefällt den meisten Leuten bei uns in der Bundesrepublik die CDU/CSU gut, oder glauben Sie das nicht?“ Diese Frage zielt auf die Fähigkeit der Bürger, das Meinungsklima einzuschätzen. Viele Menschen spüren, oft unbewusst, mit welchen Meinungen man sich öffentlich Applaus einhandelt und mit welchen man sich isoliert.

          Befindet sich eine Partei im Aufschwung und wird in den Medien freundlich behandelt, überschreitet die Zahl derjenigen, die sagen, den meisten gefalle diese Partei, meist deutlich die Zahl derer, denen sie tatsächlich gefällt. Steht eine Partei dagegen unter Druck, zeigt sich das gegenteilige Muster. So hatten 1998, als die Union die Bundestagswahl verlor, 23 Prozent der Befragten gesagt, ihnen selbst gefalle die CDU/CSU, aber nur 11 Prozent meinten, dies sei bei den meisten Menschen in Deutschland so.

          Das Gegenteil zeigte sich im Wahljahr 2009, als die Zahl derjenigen, die glaubten, dass den meisten Leuten die CDU/CSU gefalle, mit 40 Prozent deutlich höher war als der Anteil derer, denen die Unionsparteien tatsächlich gefielen (24 Prozent).

          Zeit der Zerstrittenheit ist vorbei

          Im Februar 2021 ist kein solcher Kontrast zu verzeichnen. Den 31 Prozent, die in der aktuellen Umfrage sagten, ihnen gefalle die Union gut, stehen 36 Prozent gegenüber, die glauben, den meisten gefielen die Unionsparteien. Es ist nicht erkennbar, dass der Union derzeit der Zeitgeist ins Gesicht weht. Allerdings hat sie auch keinen allzu starken Rückenwind.

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