https://www.faz.net/-gpf-8df1e

CDU und AfD : In der Heimat

Die Basis der Union bricht auch in der Flüchtlingskrise keineswegs weg. Denn: Wer will eigentlich von denen regiert werden, die der Kanzlerin die Flucht nach Südamerika nahelegen?

          Merkels Kanzleramtsminister Peter Altmaier hat die Südwest-CDU daran erinnert: Wer für die AfD stimme, der helfe der Union nicht. Tatsächlich? Tatsächlich könnte eine starke AfD der Union unter Umständen den Machterhalt sichern.

          Am besten wäre es freilich, sich nicht in fahrlässigen Gedankenspielen zu verlieren, sondern eine überzeugende Politik zu machen. Immerhin bricht die Basis der Union keineswegs weg - aller nachvollziehbaren Kritik am Kurs der Kanzlerin zum Trotz.

          Viele verlassen so schnell nicht ihre politische Heimat. Auch Parteieintritte sind zu verzeichnen. Freilich: Allein mit einer geschlossenen Mitgliederschar ist noch keine Wahl gewonnen.

          Der Unmut im Volk wie in Kommunen und Behörden ist weiterhin groß. Doch sehen auch diejenigen, die den Regierungskurs nicht teilen, dass ihr Protest nicht unerhört geblieben ist - dass es sich also lohnt, im Gespräch und dranzubleiben. Kritik darf deutlich sein. Sie muss aber auf unserer Grundordnung stehen. Wer will eigentlich von denen regiert werden, die der Kanzlerin die Flucht nach Südamerika nahelegen?

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          „Die Kommentare sind schändlich und ekelhaft“ Video-Seite öffnen

          Repräsentantenhaus gegen Trump : „Die Kommentare sind schändlich und ekelhaft“

          Präsident Donald Trump hat auf Twitter vier Parlamentarierinnen geraten, sie sollten „dahin zurückgehen, wo sie herkamen, und helfen, diese total kaputten und kriminalitätsverseuchten Orte wieder in Ordnung zu bringen“. Das hat einen Sturm der Empörung unter den Demokraten und vielen Bürgern ausgelöst.

          Topmeldungen

          AKK zieht ins Kabinett ein : Sie musste springen

          Annegret Kramp-Karrenbauer hat es bislang vermieden, den Weg zur Kanzlerkandidatur über das Bundeskabinett zu gehen. Woher kommt der Sinneswandel?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.