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CDU : Leute wie Merz

Friedrich Merz in Magdeburg Bild: dpa

Das Thema Abgrenzung von der AfD wird die CDU noch lange verfolgen. Je länger, desto mehr wird ihr auffallen, wie sehr ihr Politiker wie Friedrich Merz fehlen.

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          Der Auftritt von Friedrich Merz vor der CDU in Magdeburg war so etwas wie das Pflaster auf die Wunde der verkorksten Berufung von Rainer Wendt zum Staatssekretär im Innenministerium Sachsen-Anhalts. Der CDU-Vorsitzende, Innenminister Holger Stahlknecht, wollte damit signalisieren, wie er sich die Auseinandersetzung mit der AfD vorstellt: so wie in Sachsen, nicht anbiedernd, sondern mit klaren personellen und inhaltlichen Akzenten. Das hätte, kurz vor dem Parteitag, der das Verhältnis zur AfD klären sollte, ein geschickter Schachzug werden können – wenn denn Stahlknecht nicht seine Instinkte verlassen hätten. Denn der ehemalige Polizeigewerkschafter Wendt trägt noch ganz andere Signale mit sich herum: aus dem Westen, pensioniert, affärenbelastet, rhetorisch breitbeinig auf der Überholspur unterwegs.

          Das kommt ausgerechnet auch noch den Klischees nahe, die Stahlknechts Gegner über ihn selbst verbreiten, um ihn als Nachfolger des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff zu verhindern. Sachsen-Anhalt könnte deshalb für die CDU zu einem Beispiel werden, wie sich die Partei im Streit über die AfD zerfleischt. Anderen Landesverbänden droht das auch, im Osten mehr, im Westen weniger.

          Der Auftritt von Merz war eindeutig: Er stützte Stahlknecht, konnte aber nicht verhindern, dass die Abgrenzung zur AfD aufgeweicht wurde. Das Thema wird die CDU noch lange verfolgen. Je länger, desto mehr wird ihr auffallen, wie sehr ihr Leute wie Friedrich Merz fehlen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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