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CDU : Priesterweihe auch für verheiratete Männer

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Joseph Ratzinger hatte 1970 geschrieben, die Kirche der Zukunft werde klein werden Bild:

Katholische Politiker der CDU haben sich dafür ausgesprochen, dass auch verheiratete Männer die Priesterweihe erhalten können. Zu den Verfassern des Briefes, der der F.A.Z. vorliegt, gehören Bundestagspräsident Lammert und Bildungsministerin Schavan.

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          Mehrere namhafte katholische Unionspolitiker haben sich gegenüber den deutschen Bischöfen für Weihe von verheirateten Männern zu Priestern ausgesprochen. In einem Brief, aus dem die Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstagsausgabe) zitiert, bitten Bundestagspräsident Lammert, Bundesbildungsministerin Schavan, die ehemaligen Ministerpräsidenten Althaus, Teufel und Vogel, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Kues, der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Sternberg sowie der langjährige Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) Kronenberg die Bischöfe „dringend“, sich in Rom wie in der Weltkirche mit Nachdruck für die die Zulassung sogenannter viri probati („bewährte Männer“) zum Priesteramt einzusetzen.

          Alle Gründe, an der Ehelosigkeit der Priester festzuhalten, wögen nicht so schwer wie „die Not vieler priesterloser Gemeinden, in denen die sonntägliche Messfeier nicht mehr möglich ist“. Hoffnung auf eine Besserung der Lage ohne eine Veränderung der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt hegen die CDU-Politiker nicht. „Eine Reform der Gemeindestrukturen allein kann nicht die einzige Reaktion auf den Priestermangel sein“, schreiben die Verfasser des Briefes. Zudem nehme die Zahl der Priesteramtskandidaten auf niedrigem Niveau weiter ab.

          Um gewichtige Argumente zugunsten Ihrer Bitte sind die Laien nicht verlegen. Als Professor Joseph Ratzinger hatte Papst Benedikt XVI. im Jahr 1970 geschrieben: „Die Kirche der Zukunft wird klein werden … Sie wird auch neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen, die im Beruf stehen, zu Priestern weihen.“

          Der langjährige Kurienkardinal Walter Kasper wiederum hatte einige Jahre später eine ähnliche Ansicht vertreten. Weltbischofsynoden haben die Lockerung der Zölibatsverpflichtung jedoch stets angelehnt. Daher, so die Politiker, müsse man eine „regionale Ausnahmeregelung in Erwägung ziehen“.

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