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Wegen Blutwurst-Debatte : CDU-Politiker muss Partei verlassen

  • Aktualisiert am

Die auf der Islamkonferenz servierte Blutwurst löste kontroverse Debatten aus. Bild: dpa

Der CDU-Politiker Ali Ertan Toprak kritisierte auf Twitter die Diskussionen zur Blutwurst auf der Islamkonferenz. Sein Parteifreund Mehmet Ünal reagierte mit Beleidigungen auf ihn. Nun muss Ünal die CDU verlassen.

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          Die Speiseauswahl auf der Islamkonferenz des Bundesinnenministeriums sorgte für Kritik. Denn als Häppchen wurde unter anderem Blutwurst angeboten – obwohl Muslime bekanntlich kein Schweinefleisch essen dürfen. Auch in der Union wurde über das zweifelhafte Essensangebot gestritten. Und zwar so angeregt, dass der Bremer CDU-Politiker Mehmet Ünal nun wegen öffentlicher Beleidigungen eines Parteifreundes die Partei verlassen muss, wie die „Bild“ berichtet

          Vorausgegangen war ein Tweet des kurdischstämmigen Hamburger CDU-Politikers Ali Ertan Toprak. Darin kritisierte Toprak die Debatte: „Wer sich über Blutwurst auf der Islamkonferenz aufregt, aber darüber schweigt, dass Menschen wegen ihrer Kritik an Islamismus in Deutschland unter Polizeischutz leben müssen, der ist nicht nur verlogen, sondern lehnt in Wirklichkeit alles ab, was dieses Land ausmacht:“ Der Politiker ist Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland und sprach sich 2013 gegen das Verbot der PKK aus.

          Ünal reagierte wütend auf Topraks Twitter-Statement und beleidigte den Parteikollegen als „islamophobe Ratte“. In weiteren Tweets nannte er Toprak einen „Terroristenunterstützer“. Ünal wurde zudem persönlich und bezeichnete seinen Parteikollegen als „dick und hässlich“. Jegliche Kritik von weiteren Twitter-Nutzern und der Bremer CDU wies Ünal auf seinem Twitter-Account zurück.

          Die Bremer CDU zog daraufhin Konsequenzen aus der aufgeheizten öffentlichen Diskussion und empfahl Ünal, die CDU zu verlassen. Der Politiker folgte laut einem Bericht der „Bild“ der Aufforderung der CDU. Zuvor hatte die Partei den Politiker mehrmals aufgefordert, seine Äußerungen zurückzunehmen.

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