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Familienpolitik : „Mehr Geld für kinderreiche Familien“

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Ab drei Kindern „reich“: Söhne und Töchter der amtierenden Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei der Vereidigung ihrer Mutter am 17. Dezember 2013 in Berlin Bild: dpa

Bisher hat Kinderreichtum oft zu finanzieller Armut geführt – eine Folge auch der Familienpolitik, die Alleinerziehende und gleichgeschlechtliche Paare oft bevorzugt. Das soll sich jetzt ändern, fordern CDU-Politiker.

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          Die CDU-Landtagsfraktionen von Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz werben gemeinsam dafür, Familien mit drei oder mehr Kindern gezielt zu fördern. In einem gemeinsamen Papier, das der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt, heißt es, im Unterschied etwa zu alleinerziehenden Eltern oder Familien mit zwei gleichgeschlechtlichen Partnern sei kinderreichen Familien in den vergangenen Jahren nur „wenig Raum in der gesellschaftspolitischen Diskussion“ zugestanden worden. Familienpolitische Maßnahmen seien kaum dahingehend überprüft worden, wie sie auf kinderreiche Familien wirken. Diese Familien seien überproportional steuerlich belastet und verfügten im Durchschnitt pro Kopf über knapp 30 Prozent weniger Einkommen als Paarhaushalte mit nur einem Kind. Erst vor zwei Wochen war vor dem Bundessozialgericht eine Familie gescheitert, die unter Hinweis auf ihre Kinder weniger Sozialabgaben zahlen wollte.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Daher fordern die Christlichen Demokraten den Bund auf, die bisher von ihm für das verfassungswidrige Betreuungsgeld zur Verfügung gestellten Mittel unter anderem Mehrkindfamilien zukommen zu lassen. Künftige Zuwächse beim Kindergeld sollten überproportional kinderreichen Familien zu Gute kommen. Die CDU-Fraktionen verlangen, die Mehrkindfamilie als „begrüßenswerte Lebensform“ gesondert in die Lehrpläne der Schulen aufzunehmen.

          Kinderreichtum eine „begrüßenswerte Lebensform“

          Darüber hinaus sollten Familienfahrscheine für öffentliche Verkehrsmittel und Familienkarten etwa für Museen nicht auf eine bestimmte Zahl von Kindern beschränkt werden. Auch Wohnungsbauförderprogramme sollten die Kinderzahl der Antragsteller stärker in den Blick nehmen, Kommunen sollten gegebenenfalls Kita-Gebühren nach der Kinderzahl der Familie staffeln.

          In dem Papier heißt es, allein durch die Geburt, die Erziehung und Bildung von Kindern könne dauerhaft sichergestellt werden, dass Deutschland eine Zukunft hat. „In besonderer Weise sind es Familien mit drei oder mehr Kindern, die diese Leistungen erbringen.“ Kinderreiche Familien seien entgegen vieler Annahmen „kein Auslaufmodell“. Etwa 900.000 gebe es gegenwärtig davon, und ihr Anteil an den Familienformen bleibe seit mehr als 25 Jahren nahezu konstant.

          Im Übrigen werde häufig ein negatives Zerrbild von ihnen gezeichnet. Kaum bekannt sei etwa, dass unter kinderreichen Familien Eltern mit einem Hochschulabschluss überrepräsentiert sind. Bisher sei von der Politik „vorranging“ versucht worden, die Entscheidung für das erste Kind zu erleichtern. „Nicht weniger vielversprechend erscheint heute der Ansatz, Familien bei der Entscheidung für ein drittes Kind zu unterstützen.“ Denn in diesen Konstellationen seien „in der Regel beide Eltern sowie grundlegende räumliche und finanzielle Voraussetzungen bereits vorhanden“.

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