https://www.faz.net/-gpf-9wg6h

Neue CDU-Führung : „Wir müssen in Ruhe miteinander reden“

Friedrich Merz Bild: EPA

Ihren umstrittenen Zeitplan für die Klärung der Nachfolgefrage hat Annegret Kramp-Karrenbauer zuletzt noch verteidigt. Jetzt will sie offenbar doch schon kommende Woche Interessenten treffen. Und Merz und Spahn deuten eine Kandidatur an.

          2 Min.

          Die scheidende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer will sich in der kommenden Woche mit den Interessenten für ihre Nachfolge treffen, wie die F.A.Z. am Mittwoch aus Parteikreisen erfuhr. Ob es für die Wahl einen Sonderparteitag geben werde, sei unklar. Der nächste ordentliche Parteitag ist für Ende 2020 angesetzt. Unterdessen haben Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn angedeutet, sich möglicherweise zur Wahl zu stellen.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.
          Konrad Schuller
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Spahn stellte am Mittwoch fest, er habe „immer gesagt“, dass er bereit sei, „Verantwortung zu übernehmen“. Merz, der Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrates, hatte schon am Dienstagabend in Magdeburg gesagt, die CDU müsse eine große Volkspartei bleiben und er wolle dazu einen „persönlichen Beitrag“ leisten. Anschließend wollte er allerdings weder bestätigen noch dementieren, dass er damit Kanzlerkandidatur und CDU-Führung gemeint habe.

          Auch eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur, die unter Berufung auf das Umfeld von Merz dessen Kandidatur für den CDU-Vorsitz ankündigte, wollte dieser am Mittwochabend weder bestätigen noch dementieren. „Wir müssen in Ruhe miteinander reden“, sagte er der F.A.Z. Es gebe überhaupt keinen Grund, Hektik reinzubringen.

          Als mögliche Bewerber gelten neben Spahn und Merz auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der CSU-Vorsitzende Markus Söder. Ihn könnte Kramp-Karrenbauer bereits am Wochenende am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz in der bayerischen Landeshauptstadt treffen.

          Ein Sonderparteitag?

          Berichte darüber, dass für die Wahl des Parteivorsitzenden und zur Bestimmung des Kanzlerkandidaten ein zeitnaher Sonderparteitag ins Auge gefasst wird, wollte die CDU zunächst nicht bestätigen. Ob ein Sonderparteitag anberaumt werde oder nicht, sei derzeit noch nicht abzusehen, hieß es.

          Kramp-Karrenbauer hatte am Montag zunächst angekündigt, die CDU müsse sich Zeit für eine inhaltliche und personelle Klärung nehmen, beides solle dann auf dem nächsten Bundesparteitag vor Jahresende in Stuttgart fixiert werden. Daraufhin entbrannte eine Debatte darüber, ob dieser Zeitplan überhaupt realistisch sei oder die Führungsfrage nicht schon viel früher geklärt werden müsse.

          Das Konrad-Adenauer-Haus verwies am Mittwoch darauf, dass ein ordentlicher Parteitag frühestens acht Wochen nach einem Beschluss des CDU-Bundesvorstands angesetzt werden könnte, der laut Parteisatzung über Parteitage entscheiden muss. Die Planung und der Termin für den Parteitag in Stuttgart (3. bis 5. Dezember) blieben bestehen. Dort solle unter anderem das Grundsatzprogramm verabschiedet werden, hieß es von der CDU. Zu seiner nächsten regulären Sitzung kommt der CDU-Bundesvorstand am 24. Februar zusammen, dem Rosenmontag.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Polizisten am Frankfurter Mainufer.

          Was zu tun ist : Den Bürger nicht allein lassen

          Der Rechtsstaat sollte konsequent sein: ohne Sicherheit keine Freiheit. Das gilt auch bei der Einwanderungspolitik – die lange von naiven Vorstellungen geleitet wurde.

          Zukunft der Schule : „Wir sind total festgefahren“

          Dario Schramm ist die Stimme der Schüler in Deutschland. Ein Gespräch darüber, wo es an deutschen Schulen hakt und warum soziale Kompetenzen im Unterricht wieder mehr im Vordergrund stehen sollten.
          Besucher in der Temple Bar in Dublin im Juli

          Corona in Irland : Impfen für den Pubbesuch

          Die Iren haben die höchste Impfquote der EU. Widerstand gegen die Impfungen gibt es kaum. Liegt das an ihrer Liebe zum Feiern? Ein Ortsbesuch in Dublin.
          Sitzung des UN-Sicherheitsrats am 16. August 2021

          EU-Sitz im Sicherheitsrat : Ein Vorstoß in der „Logik Macrons“?

          Ungewöhnlich schnell dementiert Paris die Meldung, Frankreich sei bereit, seinen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu teilen. Einzelne glauben jedoch, die Änderung würde zum Präsidenten passen. Auch in Berlin gibt es Sympathien für die Idee

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.