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CDU-Parteitag : Tauber ist neuer CDU-Generalsekretär

  • Aktualisiert am

Peter Altmaier (links) gratuliert Peter Tauber gewohnt überschwänglich zur Wahl. Bild: AFP

Mit großer Zustimmung ist der hessische Bundestagsabgeordnete Peter Tauber zum neuen CDU-Generalsekretär der CDU gewählt worden. Wie hoch die Zustimmung war, ist allerdings eine Frage der Zählweise.

          Die CDU hat den hessischen Bundestagsabgeordneten Peter Tauber mit großer Mehrheit zu ihrem neuen Generalsekretär gewählt. Der 39 Jahre alte Tauber erhielt am Samstag auf dem CDU-Bundesparteitag in Berlin 817 von 856 gültigen Stimmen. 25 Delegierte votierten mit Nein, 14 enthielten sich der Stimme. Nach der CDU-Zählung, bei der Enthaltungen wie ungültige Stimmen gezählt wurden, sind dies 97 Prozent. Zählt man die Enthaltungen mit, wie es in den anderen Parteien üblich ist, erhielt Tauber eine Zustimmung von 95,44 Prozent. Der neu gewählte CDU-Generalsekretär bedankte sich für den Vertrauensvorschuss und sagte: „Ich freue mich auf die Aufgabe.“

          In seiner Rede bezog sich Tauber vor allem auf die Europawahl am 25. Mai: „Europa sei mehr als nur ein Wirtschaftsraum“ sagte Tauber,  „Europa ist eine Wertegemeinschaft.“ Die Ereignisse in der Ukraine mit der Besetzung der Krim durch Russland sowie in den letzten Wochen in der Türkei, wo das Internet zensiert worden war, hätten aber zwei Dinge deutlich gemacht: Erstens: „Die Türkei gehört so nicht in die Europäische Union. Zweitens: Freiheit ist nicht selbstverständlich. Sie muss jeden Tag neu errungen werden.“

          Mehr Frauen, mehr Einwanderer, mehr junge Leute

          Die Parteivorsitzende Angela Merkel, die Tauber als erste gratulierte, hatte Tauber schon kurz vor Weihnachten zum Nachfolger von Hermann Gröhe berufen, der nach der Bundestagswahl Gesundheitsminister geworden war. Sie sagte nun, Tauber solle als Generalsekretär neue Wege zu gehen und dies mit Bewährtem verbinden. Tauber befand, die CDU brauche mehr junge Leute, Frauen und auch mehr Einwanderer in ihren Reihen.

          Tauber hatte das Amt des Generalsekretärs in den vergangenen  Monaten bereits kommissarisch ausgeübt. Zum neuen Schatzmeister der Partei wurde der Bundestagsabgeordnete  Philipp Murmann gewählt. Der promovierte Betriebswirt aus Schleswig-Holstein tritt die Nachfolge von Helmut Linssen an, der sich wegen einer Steueraffäre zurückgezogen hatte.

          Bisher kaum bekannt

          Bis zu seiner Berufung war der CDU-Vorsitzende von Gelnhausen außerhalb Hessens kaum bekannt gewesen, auch in der Partei nicht, der er seit mehr als 20 Jahren angehört. Nun soll der Internet-Experte die Volkspartei modernisieren und verjüngen. Der Altersdurchschnitt in der CDU liegt derzeit bei knapp 60 Jahren. In den ersten drei Monaten präsentierte sich der Mann mit Glatze, markanter Brille und kurzem Vollbart frisch und fröhlich. Er veröffentlichte seine Laufstrecke auf Twitter, horchte in die Partei hinein und ließ trotz bekannter Kanzlerinnen-Linie eine abweichende Haltung zur Gleichstellung von Homosexuellen erkennen.

          Mit scharfen Angriffen auf andere Parteien hielt er sich zurück. Taubers erste große Herausforderung ist nun die Europawahl am 25. Mai. Die CDU muss sich vom Koalitionspartner SPD abgrenzen, ohne das gemeinsame Bündnis zu beschädigen. Als Ziel hat Tauber ausgegeben, dass die Union  ihr Ergebnis von 2009 von 37,9 Prozent verbessern und klar stärkste Kraft werden soll. Im aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ zur Europawahl liegt die Union derzeit bei 40 Prozent, die SPD bei 28 Prozent.

          David McAllister, der die CDU in die Europawahl führen wird, sagte in seiner Rede: „Heute sind es noch genau 50 Tage bis zur Wahl des EU-Parlaments.“ Dafür trete er an: „Wir kämpfen für ein starkes Europa. Wir kämpfen für ein stabiles Europa. Und wir kämpfen für ein erfolgreiches Europa.“

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