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Söder beim CDU-Parteitag : „Ohne uns wäre es auch langweilig“

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CSU-Chef Söder am Samstag in Leipzig – freundlich begrüßt von CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer. Bild: Daniel Pilar

CSU-Chef Markus Söder beschwört in seinem Grußwort in Leipzig die Geschlossenheit der Union – und wünscht sich, dass die Schwesterparteien zur ersten Adresse für Optimismus werden.

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          CSU-Chef Markus Söder hat angesichts der unsicheren Lage beim Koalitionspartner SPD die Gemeinsamkeit und Geschlossenheit der Union beschworen. Die CSU sei zwar nur die kleine Schwester in dem Gespann der beiden Parteien, doch „ohne uns wäre es auch langweilig“, sagte Söder am Samstag beim CDU-Parteitag in Leipzig. Bei der SPD sei „die Dauerdepression“ geradezu zu spüren.

          „Lädt man jemanden zu sich nach Hause ein, von dem man weiß, dass er den ganzen Abend jammert?“, fragte der bayerische Ministerpräsident. Nur wer Optimismus und Lust an Neuem zeige, werde die Menschen in Deutschland begeistern.

          Die erste Adresse dafür müssten die Unionsparteien seien, nicht etwa die Grünen. Dies gelte gerade angesichts des Grünen-Parteitags vor einer Woche, wo eine harmonische Show gezeigt worden sei. Die Beschlüsse der Grünen seien jedoch kein Angebot für bürgerliche Wähler, sondern ein ganz knallhartes Programm in Richtung links.

          Wie um mit gutem Beispiel voranzugehen, hatte Söder in sein Grußwort an die CDU-Delegierten zahlreiche rhetorische Spitzen und Pointen eingebaut, was diese mit viel Applaus belohnten.

          Söder wirft Grünen Doppelmoral vor

          Die Grünen hätten der Union in der Frage der Moral nichts voraus, fügte Söder hinzu, auch wenn in der Öffentlichkeit, gerade bei Umweltfragen, manchmal dieser Eindruck entstehe. Die Grünen zeichne vor allem ihre Doppelmoral aus, sagte der CSU-Chef und nahm dabei auch Bezug auf die Zahl der Flugreisen der bayerischen Grünen-Landtagsabgeordneten.

          Machte Söder die Grünen als zentralen Herausforderer aus, so bezeichnete er die AfD als klaren Gegner der Union. „Der Feind, das sage ich bewusst, ist für mich die AfD.“ Die Partei stehe für vieles, aber nicht für Bürgerlichkeit.

          Söder bescheinigte der CDU, sie habe in Leipzig gezeigt, dass sie die stärkste politische Kraft in Deutschland sei. Angesichts des zurückliegenden jahrelangen Streits über die Migrationspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte der bayerische Ministerpräsident, sein Versprechen sei, dass man so etwas nie mehr mache.

          Gemeinsam hätten CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und er die neue Zusammenarbeit gut aufs Gleis gebracht. „Wir sind eine Familie, wir sind nur gemeinsam stark.“ Kramp-Karrenbauer hatte zur Begrüßung Söders zuvor gesagt, CDU und CSU hätten die dramatischen Monate für die Unionsfamilie nun überwunden.

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