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CDU-Parteitag : In kürzester Zeit maximalen Rückhalt

Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Armin Laschet (v.l.n.r.) beim Auftakt des Kandidatenverfahrens Mitte Dezember 2020 im Konrad-Adenauer-Haus Bild: Jens Gyarmaty

Wie die Wahl zum CDU-Vorsitzenden ausgeht, ist noch nicht bekannt. Aber schon, was auf den Neuen zukommt.

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          Parteitage, das sind die hohen Feste der Parteiendemokratie. Auf ihnen werden Programme geschmiedet und Hoffnungsträger geboren. Sie können ein Ort des Triumphs sein und der Tragödie. Ein Parteitag vermag zu summen wie ein Bienenstock, aber auch zu brüllen wie eine Herde Büffel.

          So war es jedenfalls bis zum Ausbruch der Pandemie. Die hat aber auch den politischen Prozessen und Ritualen ihren Stempel aufgedrückt und Parteitage neuen Typs hervorgebracht. Auf einem solchen wählt die CDU ihren neuen Vorsitzenden. Die drei Kandidaten sprechen zu Kameras, die nicht klatschen, lachen, pfeifen. Auch der Delegierte im Homeoffice hört nicht, ob seine Parteifreunde begeistert oder enttäuscht sind. Es gibt kein Geraune am Vorabend in der Hotelbar und keine schnellen Absprachen zwischen den Wahlgängen.

          Das Rennen zwischen Laschet, Merz und Röttgen galt nicht nur als offen, weil schwer einzuschätzen ist, welchen Einfluss diese Umstände auf das Wahlergebnis nehmen können. In den Umfragen, den repräsentativen wie den informellen innerhalb der Partei, lagen die Kandidaten nicht so weit auseinander, dass einer von ihnen mit einem sicheren Sieg rechnen konnte. Keiner vermochte die Partei so für sich zu begeistern, dass die anderen das Handtuch geworfen hätten. Die Kandidaten unterscheiden sich politisch auch nicht so stark, wie mancher ihrer Fans es gerne hätte.

          Es ist gut möglich, dass der nächste CDU-Vorsitzende wieder nur mit einem knappen Ergebnis gewählt wird. Er muss dann in kürzester Zeit auch jene Teile der Partei für sich gewinnen, die ihn nicht für die beste Wahl gehalten haben. Der Neue braucht maximalen Rückhalt in der eigenen Partei, um in den anstehenden Verhandlungen mit der CSU die Kanzlerkandidatur für die CDU sichern zu können; sie quasi als erste Amtshandlung aufzugeben wäre ein Armutszeugnis. Dass schon vor der Wahl überall in der CDU Appelle zur Geschlossenheit zu hören sind, wundert daher nicht. Sie richten sich, selbst wenn der Name nicht fällt, auch an die noch amtierende Bundeskanzlerin.

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