https://www.faz.net/-gpf-acfb2

CDU nach der Wahl : Ein Etappensieg für Armin Laschet

  • -Aktualisiert am

Auf dem Weg zur Bundestagswahl: Armin Laschet am Samstag in Düsseldorf Bild: dpa

Der Erfolg in Sachsen-Anhalt dürfte in der CDU die Debatte darüber beruhigen, ob Armin Laschet der richtige Kanzlerkandidat ist. Aber wird nun auch Markus Söder auf Störfeuer verzichten?

          4 Min.

          Schon Stunden, bevor die Wahllokale in Sachsen-Anhalt am Sonntag schließen, verbreiten sich Informationen über den Wahlausgang, erste Tendenzen, die sich präzisieren und stabilisieren. Jede weitere, die hinzukommt, dürfte die Laune im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin verbessert haben. Die CDU unter der Führung von Ministerpräsident Reiner Haseloff steht schon frühzeitig als klarer Wahlsieger fest. So weit liegen die Christdemokraten in dem ostdeutschen Land vor dem Zweitplatzierten, der AfD, dass Zweifel am Erfolg bald nicht mehr angebracht erscheinen.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Nur wenige Minuten nach dem Schließen der Wahllokale, um 18.03 Uhr, meldet CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sich mit einem ersten öffentlichen Kommentar zu Wort. „Heute ist ein guter Tag“, sagt er im ZDF. Das Ergebnis der CDU nennt er „sensationell gut“. Sofort versucht er, den rauschenden Erfolg in Sachsen-Anhalt für die Bundespartei zu nutzen. Nicht nur, dass er vom größten Zuwachs für die CDU seit der vorigen Wahl in Nordrhein-Westfalen spricht, woher er selbst, vor allem aber der Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat Armin Laschet kommt. Auch habe sich am gemeinsamen Wahlkampf Haseloffs und Laschets gezeigt, wie Geschlossenheit für die CDU sich auszahle.

          So geht es dann weiter, als Ziemiak kurz darauf im Konrad-Adenauer-Haus ans Mikrofon tritt. Dem Generalsekretär steht die Erleichterung und Freude über das gute Abschneiden der CDU ins Gesicht geschrieben. Immer wieder erwähnt er nicht nur Haseloff, sondern Laschet gleich dazu. Das Resultat in Sachsen-Anhalt zeige, dass die CDU mit einem „klaren Kurs und als Team“ gewinnen könne.

          Kein zweites Thüringen

          Ziemiak erinnert an Umfragen, die die CDU hinter der AfD gesehen hätten. Das soll vermutlich den Erfolg der Christdemokraten noch größer erscheinen lassen. Tatsächlich hatte die Frage, ob es die AfD schafft, besser als die CDU abzuschneiden, wie eine dunkle Wolke über dem Wahlkampf und der Wahl am Sonntag gehangen. Immerhin wiesen die Umfragen schon lange vor Sonntag darauf hin, dass eine Lage, wie sie im Februar vorigen Jahres in Thüringen eingetreten war, in der Berliner CDU-Zentrale nicht befürchtet werden musste. In Thüringen hatte am Ende die AfD nicht nur vor der CDU gestanden, sondern die Parteien ganz links und ganz rechts erreichten zusammen deutlich mehr als 50 Prozent der Stimmen, so dass die CDU keine Chance hatte, eine Koalition ohne AfD und Linkspartei zu bilden. Bis heute hat es keine stabile Regierungsbildung gegeben, am Tag der Bundestagswahl sollen die Wähler in Thüringen abermals über die Zusammensetzung des Landtags abstimmen.

          Auf dem Weg zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stand eine große Frage: Mit welchem Kurs gelingt es der Union, im September bei der Bundestagswahl das Kanzleramt zu behaupten? Und mit welchem Personal? Sachsen-Anhalt scheint wie ein Labor, in dem diese Fragen durchgespielt werden. Am Sonntagabend sagt Ziemiak mehrfach, der Sieg sei einem Kurs der Mitte zu verdanken. Ministerpräsident Haseloff hat nicht einen Moment lang Zweifel daran aufkommen lassen, dass jegliche Form des Zusammengehens mit der AfD für ihn ausscheidet. Damit steht er in einer sauberen Linie mit der Führung der Bundespartei, allen voran dem Vorsitzenden Laschet. Nachdem Ziemiak sich am Sonntagabend geäußert hat, meldet sich Friedrich Merz zu Wort, der im Ringen um den Parteivorsitz gegen Laschet verloren hatte, seither aber loyal an dessen Seite steht. Er zog ebenfalls eine scharfe Grenze zur AfD.

          Weitere Themen

          Auf den Kanzler kommt es an?

          F.A.Z. Machtfrage : Auf den Kanzler kommt es an?

          Der Wahlkampf schreitet voran und immer mehr wird auf die Kandidaten, weniger ihre Themen geschaut. Ist das so schlimm? Die Geschichte zeigt: Ein guter Kanzlerkandidat ist ein Pfund, aber es kommt auch noch auf etwas anderes an.

          Topmeldungen

          Sturm aufs Kapitol : „Tötet ihn mit seiner eigenen Waffe!“

          Wer plante den Angriff auf das Kapitol am 6. Januar, und wie viel Verantwortung trägt Donald Trump? Das soll ein Untersuchungsausschuss klären. Bei der ersten Sitzung riefen Aussagen von Polizisten die Brutalität in Erinnerung.
          Ferienzeit in Deutschland: Der Frankfurter Flughafen am 17.07.2021

          F.A.Z. Frühdenker : Corona-Testpflicht für alle Reisenden wohl ab 1. August

          Das Datum für eine erweiterte Testpflicht für Reisende steht, sagt Söder. Wird der Klimaschutz das zentrale Wahlkampfthema? Und im „Cum-Ex“-Skandal wird es wichtige Weichenstellungen geben. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z. Frühdenker.
          Unbedingt querlüften: Klassenzimmer in Düsseldorf

          Corona-Ansteckung : Was Sie über Aerosole wissen müssen

          Die Mehrheit der Deutschen kennt auch im zweiten Corona-Jahr nicht die Ansteckungsgefahr durch Aerosole. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat nun alle Fakten zusammengestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.