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Ersatz für Philipp Amthor : Der Mann der Stunde

Versteht zu integrieren: Michael Sack (CDU), Landrat von Vorpommern-Greifswald Bild: dpa

In der entscheidenden Sitzung war er gar nicht dabei. Doch als Philipp Amthor zurückzog, stand Michael Sack als neuer Kandidat für den CDU-Vorsitz in Mecklenburg-Vorpommern bereit. Wer ist der Mann, den jetzt alle loben?

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          Als Eckhardt Rehberg, der kommissarische Vorsitzende der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, am Freitagabend vor der Presse den Namen des Mannes preisgab, der den Landesverband künftig führen soll, fügte er gleich noch ein paar ganz grundlegende Informationen an: Er sagte, Sack sei ein herausragender Kommunalpolitiker, der viel politische Zukunft habe.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Sack ist Landrat in Vorpommern-Greifswald, 47 Jahre alt, hat drei Kinder, er war Bürgermeister in Loitz, und er hat 2018 die Landratswahl in der Stichwahl mit 80 Prozent gewonnen. Damit war ein wenig mehr über den Mann bekannt, der den Landesverband aus einer schwierigen Lage führen soll – anstelle des zwar bundesweit bekannten, dafür aber heftig in die Kritik geratenen Philipp Amthor.

          Michael Sack jedenfalls war so etwas wie der Mann des Abends, auch wenn er bei der erweiterten Vorstandssitzung in Güstrow gar nicht dabei gewesen ist. Stattdessen soll er erst wenige Minuten vor Beginn der Sitzung angerufen und gefragt worden sein, ob er als Kandidat für den Landesvorsitz bereitstehe. Sack sagte zu, Amthor verzichtete auf seine Kandidatur und fand später lobende Worte für den neuen Kandidaten: Er unterstütze den Vorschlag ausdrücklich.

          Vorherrschaft der Linkspartei gebrochen

          Es ist ja auch nicht so, dass Sack zum ersten Mal auf dem politischen Radar der Landespartei auftaucht. Mit seinem Sieg bei der Landratswahl hatte er eine lange währende Vorherrschaft der Linkspartei gebrochen und die im Osten des Landes besonders starke AfD in Schach gehalten. Als Anfang des Jahres der bisherige Landesvorsitzende Vincent Kokert Politik und Partei den Rücken zukehrte, soll schon über Sack als möglichen Nachfolger gesprochen worden sein. Bevor sich der Staub aber gelegt hatte, stand schon ein anderer als Kandidat bereit: Philipp Amthor.

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          Beide haben ihre politische Heimat in Vorpommern. Das macht auch die Entscheidung, Sack als Kandidaten zu nominieren, nun so überzeugend: Selbst die Anhänger von Amthor finden nur lobende Worte für ihn. Franz-Robert Liskow, der junge CDU-Kreisvorsitzende von Vorpommern-Greifswald, stand fest zu Amthor. Nun sagte er aber, es verdiene allergrößten Respekt, dass Sack sich so kurzfristig bereit erklärt habe. Er sei ein über die Parteigrenzen geschätzter Politiker, der verschiedene Strömungen zu integrieren verstehe.

          Trotzdem wird die Aufgabe für Sack schwierig. Die vergangenen Tage haben die Landespartei in Aufregung versetzt, ohnehin hatte es die CDU zuletzt nicht gerade leicht, und die Landtagswahl naht. Am 7. August soll Sack bei einem Parteitag in Güstrow gewählt werden. Auch wenn nicht über die Spitzenkandidatur entschieden worden ist für die Wahl im nächsten Jahr, dürfte alles auf ihn hinauslaufen. Dann hat er noch genug Zeit, sich im ganzen Land bekannt zu machen.

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