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Schleswig-Holstein : Plagiatsvorwurf gegen Justizstaatssekretär

Der Kieler Justizstaatssekretär Otto Carstens (CDU) im Juni Bild: dpa

Der Kieler Justiz-Staatssekretär Otto Carstens von der CDU soll sich in seiner Dissertation nicht zitierter Quellen bedient haben. Die Universität Innsbruck prüft den Fall.

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          Die Universität Innsbruck prüft Plagiatsvorwürfe gegen den schleswig-holsteinischen Justizstaatssekretär Otto Carstens (CDU). Das bestätigte der CDU-Politiker in einer Erklärung zu einem Bericht der „Bild“ vom Samstag. Aufgedeckt hatte die Plagiate der luxemburgische Journalist Jochen Zenthöfer. Er hat dokumentiert, dass Carstens zwölf Textseiten seiner Dissertation paraphrasiert und unzitiert aus Wikipedia übernommen hat.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Der österreichische Plagiatsforscher Stefan Weber hat daraufhin die Dissertation mit der Plagiatssoftware Turnitin geprüft und zumindest eine weitere gravierende Übereinstimmung mit der Dissertation „Europäische Parteiendemokratie? Institutionelle Voraussetzungen und Funktionsbedingungen der europäischen Parteien zur Minderung des Legitimationsdefizits der EU“ entdeckt, die Andreas von Gehlen 2005 im Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften an der Freien Universität Berlin eingereicht hat. Auch diese Quelle werde von Carstens an keiner Stelle erwähnt, bestätigte Weber gegenüber der F.A.Z.

          Die Dissertation enthalte außerdem in weiten Teilen einfach abgeschriebene Parteiprogramme, bei deren Wiedergabe das Subjekt (z.B. die Liberalen) eingesetzt wurde. „Man muss dies gar nicht Plagiat nennen, sondern einfach sinnloses Texten“, sagt Weber. Eingereicht worden war die Dissertation bei dem Juristen und früheren Innsbrucker Hochschullehrer Waldemar Hummer, bei dessen Aufsatz über den Europäischen Verfassungskonvent einst auch Karl-Theodor zu Guttenberg abgeschrieben hatte. Bei der Überprüfung von Guttenbergs erster in Bayreuth eingereichter Dissertation waren die Plagiate in Hummers Aufsatz aufgefallen.

          In einer Stellungnahme verwies Carstens darauf, er habe seine Dissertation „nach bestem Wissen verfasst“. Deshalb habe er auch die erste Presseanfrage zum Anlass genommen, sich an die Universität Innsbruck zu wenden und „habe diese über die in Rede stehenden Vorwürfe informiert“. Die Universität Innsbruck habe daraufhin umgehend das für Plagiatsvorwürfe übliche Verfahren eingeleitet und überprüfe seine Dissertation.

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