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CDU im Osten : Die Werte einer Partei

Armin Laschet zu Besuch bei Reiner Haseloff im Tagebaugebiet Profen. Bild: AFP

Manch ein CDU-Politiker liebäugelt mit einer Zusammenarbeit mit der AfD. Die Wählerschaft der Union goutiert das größtenteils nicht. Auch nicht in Sachsen-Anhalt.

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          Gleich zwei der nicht mehr allzu zahlreichen Ministerpräsidenten der CDU haben in den vergangenen Tagen erkennen lassen, wie stark sich die politischen Be- und Empfindlichkeiten in Ost und West noch oder wieder unterscheiden.

          Erst kündigte der Magdeburger Regierungschef Haseloff dem rheinischen CDU-Vorsitzenden Laschet die Unterstützung in der Frage der Kanzlerkandidatur auf. Dann versuchte der sächsische Ministerpräsident Kretschmer in Moskau auf vielen Bühnen an die einstige deutsch-sowjetische Freundschaft der DDR anzuknüpfen, die im Osten in Straßennamen fortlebt, im Westen aber immer noch von vielen mit Unterdrückung in Verbindung gebracht wird.

          Freilich wäre die Union schlecht beraten, wenn sie nicht versuchen würde, die Stimmungen eines nicht unerheblichen Teils der Wählerschaft in Stimmen für sich umzumünzen. Das trifft vor allem auf Männer zu, die einen anderen Blick auf als existentiell empfundene Themen wie Migration, Nationalstaat oder auch Sprache haben als viele Konservative, die im Westen sozialisiert wurden.

          Doch so sehr es sich verbietet, dieses Wählerpotential kampflos der AfD zu überlassen, so verbietet es sich auch, christlich-demokratische Werte zur Disposition zu stellen und mit der AfD gemeinsame Sache zu machen. Glaubt man der jüngsten Meinungsumfrage aus Magdeburg, dann sehen das mehr als vier von fünf CDU-Anhängern auch so. Unter den CDU-Politikern ist das Bild nicht ganz so klar.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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