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CDU hat mehr Mitglieder als die SPD : Pofalla: „Ein historischer Tag“

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Ende Juni hatte die CDU exakt 801 mehr Mitglieder als die SPD. Für CDU-Generalsekretär Pofalla ist das ein Grund zu frohlocken. Einst hatte die CDU den Ruf einer „Honorationen-Partei“, nun gilt sie als „Mitgliederpartei“. Gleichwohl verzeichnen auch die Christlichen Demokraten rückläufige Zahlen.

          CDU-Generalsekretär Pofalla hat den Montag als einen „historischen Tag“ bezeichnet, weil nun erstmals festgestellt worden sei, die CDU habe mehr Mitglieder als die SPD. Er legte die Mitgliederzahlen vor. Danach hatte die CDU (Stand: 30.Juni 2008) 530.755 Mitglieder; zum gleichen Zeitpunkt hatte die SPD 529.994 Mitglieder.

          Seit längerer Zeit hatte sich das schon angekündigt. Zwar verlieren beide Parteien im Saldo an Mitgliedern. Doch der Rückgang bei der SPD ist deutlich größer als der bei der CDU. Seit 1995 haben CDU und CSU mehr Mitglieder als die SPD; seit 2003 hat die CDU mehr Mitglieder als die SPD ohne deren bayerischen Landesverband. Nun ist sie mitgliederstärkste Partei.

          „Faible für Quereinsteiger“

          Bei der Präsentation der Ergebnisse wurden im Adenauer-Haus Plakate aufgestellt. Eines enthielt den Text „Wir haben einfach Faible für Quereinsteiger“ und zeigte ein Bild Angela Merkels, die 1990 in die CDU eintrat. Das andere zeigte Pofalla (langhaarig, wahrscheinlich eine Zigarette drehend), der 1975 im Alter von 16 Jahren in die CDU eingetreten sei. „Unsere Motive sind vielfältig. Unsere Überzeugung ist einzig“ stand dabei.

          Ronald Pofalla: Mehr Ein- als Austritte, aber negatives Saldo durch Sterbefälle

          Beide Volksparteien verlieren seit Beginn der neunziger Jahre an Mitgliedern. Die CDU hatte damals etwa 750.000, die SPD etwa 920.000 eingetragene Parteimitglieder. In der SPD war seit Jahren registriert worden, dass sie per saldo knapp 2000 Mitglieder im Monat verliere. Während der Auseinandersetzungen über die „Agenda-2010-Gesetze“ waren es noch mehr gewesen; 2003 und 2004 verlor die SPD zusammen etwa 100.000 Mitglieder. 2007 betrug der Rückgang etwa 20.000 Mitglieder; bei der CDU betrug der Verlust etwa 15.000.

          Pofalla wies darauf hin, die CDU habe von Juni 2007 bis Juni 2008 etwa 13.600 und in den ersten sechs Monate dieses Jahres etwa 6000 Mitglieder weniger gehabt. Der Saldo sei also kleiner geworden. Er würdigte, es sei im März und April gelungen, dass mehr Mitglieder in die CDU eintraten als austraten; wegen der Sterbefälle sei der Saldo gleichwohl negativ geblieben.

          In den anderen vier Monaten des ersten Halbjahres 2008 aber hätten mehr Mitglieder die Partei verlassen als neu eingetreten seien. Politische Gründe hätten eine Rolle gespielt; anderen ehemaligen Mitgliedern sei der Mitgliedsbeitrag zu hoch gewesen. Ohnehin lasse Bindungsfähigkeit großer Organisationen - neben den Parteien nannte Pofalla die Kirchen und die Gewerkschaften - nach. Nach den Daten der Parteien ist die Union in elf der 16 Bundesländer die mitgliederstärkste Partei; nur in Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen und dem Saarland liegt die SPD vorn.

          „Trendumkehr im nächsten Jahr“

          Beide Parteien können den Austritt von Mitgliedern kaum durch neue Mitglieder wettmachen. Pofalla nannte eine Trendumkehr als Ziel für das nächste Jahr. Die Zahl der Sterbefälle aber kann nach Hinweisen aus beiden Volksparteien nicht noch zusätzlich ausgeglichen werden. Das liegt auch an der Struktur des Altersaufbaus der Parteien. Bei der CDU lag im vergangenen Jahr der Anteil der über 60 Jahre alten Mitgliedern bei 48 Prozent (1990: 29 Prozent); in der SPD war der Anteil dieser Altersgruppe von 26 Prozent (1990) auf 47 Prozent (2007) gestiegen.

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