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Wahlkampf der CDU : Für Ziemiak „die schönste Zeit“

Paul Ziemiak am Dienstag in Berlin Bild: dpa

Mit dem Spruch „Deutschland gemeinsam machen“ zieht die CDU in den Wahlkampf. Dazu kommt auf den Plakaten der „Unions-Kreis“. Der solle sie als „Partei des Sowohl-als-auch“ charakterisieren, sagt Generalsekretär Ziemiak.

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          Draußen sind an diesem Dienstagvormittag schon 27 Grad, doch Paul Ziemiak freut sich auf einen „heißen Wahlkampfsommer“. Der Wahlkampf sei für einen Generalsekretär ja die schönste Zeit. Mit Blick auf die kommenden schönen Wochen stellt Ziemiak im Konrad-Adenauer-Haus die Wahlkampagne der CDU vor. Der zentrale Slogan lautet: „Deutschland gemeinsam machen“.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Mit Deutschland habe die Union ja kein Problem, man sei ja stolz auf das Land, sagt Ziemiak mit einem kleinen Seitenhieb auf die Grünen, bei denen einige Jugendfunktionäre den Begriff lieber aus dem Programm verbannt hätten. „Gemeinsam“ sei sowieso ganz wichtig, und „machen“, das könne die Union eben ohnehin am besten.

          Wichtig neben dem Slogan ist aber auch das Design, das zentrale Element der CDU ist dabei der „Unions-Kreis“, er soll ein „starkes Zeichen des Zusammenhalts“ sein. In seiner Grundvariante wird er schwarz-rot-gold umrandet sein, doch kann er, je nach Thema, auch viel mehr und andere Farben enthalten. Der Kreis, so sagt Ziemiak, bedeute, dass die Union „keine Partei des Entweder-oder, sondern des Sowohl-als-auch“ sei, eben eine Partei, die für alle Raum biete.

          Werbung aus dem Fußballstadion

          Das alles zielt auf ein Image, das moderner als früher daherkommt, aber doch noch traditionell wirkt. Ziemiak macht aber klar, dass der Wahlkampf in diesem Jahr anders als zu früheren Bundestagswahlen aussehen wird. Es werde wegen der Corona-Pandemie „der digitalste Wahlkampf, den wir erlebt haben“. Zwar werde es auch klassische Elemente wie einen Haustür- oder eher „Gartenzaunwahlkampf“ geben. Und auch Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und auf Plätzen seien geplant, wenn auch nicht mit zehntausend Teilnehmern wie in Vor-Corona-Zeiten, sondern angepasst an die jeweilige pandemische Lage. Doch der digitale Teil sei „ganz wichtig“.

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          Zudem rechnet der CDU-Generalsekretär mit einem „historisch hohen Anteil“ an Briefwählern. Nicht mehr der Schlussspurt, wenn die Unentschlossenen noch überzeugt werden müssen, sei entscheidend für das Wahlergebnis, sondern der Start der Briefwahl – sechs Wochen vor dem Wahltermin am 26. September. Dann will die CDU ihre Kampagne hochfahren. „Mit dem Start der Briefwahl ist jeder Tag Wahlkampf“.

          Natürlich wird der Kanzlerkandidat die zentrale Rolle im Wahlkampf spielen. Armin Laschet wird auf einer großen Sommertour um Stimmen werben, Genaueres verrät Ziemiak noch nicht. Ein Werbefilm zeigt Laschet, wie er durch ein Fußballstadion geht, dabei spricht er über seine Ziele: Man habe auch Fehler gemacht in der Pandemie, doch zugleich viel geleistet, nun gehe es darum, stark aus der Krise herauszukommen. Laschet spricht von seinem Plan: Familien entlasten, Aufstiegschancen für alle Kinder, die Digitalisierung vorantreiben, null Toleranz gegen Kriminelle sind Punkte, die dazu gehören. Ab und zu tauchen im Stadion junge und ältere Menschen auf, am Ende stehen sie zusammen bei dem Kanzlerkandidaten.

          „Sehr guter Austausch“ mit der CSU

          Ähnliche Themen finden sich auch auf den Wahlplakaten, auch dort sind diesmal Menschen zu sehen, es sind nach Ziemiaks Aussagen CDU-Mitglieder, die – natürlich getestet – in Corona-Zeiten für die Aufnahmen bereit waren. Eine junge Frau mit Schutzhelm und Arbeitsbrille ist auf dem Plakat mit dem Slogan „Machen, was Arbeit schafft“ zu sehen. Ein Mann, der eine Solaranlage befestigt, auf dem Plakat mit dem Motto „Klima schützen. Jobs schaffen“. Oder ein Vater mit seinem Sohn, die eine Zimmerwand weiß anstreichen, vor dem Satz „Für bezahlbares Wohnen“. 

          Die Plakate werden als Grundausstattung für den Wahlkampf an die CDU-Verbände geliefert, zusammen mit den Materialien für den Online-Wahlkampf, zu denen auch eine digitale Wahlkabine gehört. Rund 20 Millionen Euro lässt sich die CDU den Wahlkampf kosten. Es ist nach Ziemiaks Angaben der gleiche Betrag wie bei den vorigen vier Bundestagswahlen, „also etwas rückläufig, wenn man die Preisentwicklung berücksichtigt“, wie er bemerkt.

          Mit der CSU, die so gerne Markus Söder als Kanzlerkandidaten gehabt hätte, sei man „in einem sehr guten Austausch“, wenn es um die Wahlkampagne gehe. Doch gibt es auch diesmal eine eigene Werbelinie der CSU. „Aber natürlich wird Armin Laschet auch in Bayern plakatiert – im Design der CSU“, versichert Ziemiak. Laschet und Söder planten auch, zusammen aufzutreten, und dass „nicht nur beim Auftakt und beim Abschluss“ des Wahlkampfes. Zumindest bei diesen beiden Anlässen werde auch die Bundeskanzlerin dabei sein. Sein Team werde Laschet nach und nach in den kommenden Wochen vorstellen. „Sie könne sich auf einen spannenden Wahlkampf freuen“, sagt der Generalsekretär.

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