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CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe : „Ich halte die Entscheidung für richtig“

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„In anderen Bereichen werden ebenfalls schwierige Entscheidungen getroffen“: CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe zieht Parallelen zwischen Sport und Politik Bild: Wohlfahrt, Rainer

Zusammen mit Norbert Röttgen gehörte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe in den neunziger Jahren zur „Pizza-Connection“. Im Interview mit der F.A.Z. spricht er über die Gründe für die Entlassung des bisherigen Umweltministers.

          Zusammen mit Norbert Röttgen gehörte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe in den neunziger Jahren zur „Pizza-Connection“. Im Interview mit der F.A.Z. spricht er über die Gründe für die Entlassung des bisherigen Umweltministers.

          Herr Gröhe, der bisherige Umweltminister Norbert Röttgen wurde am vergangenen Mittwoch von Bundeskanzlerin Angela Merkel entlassen. Jetzt erst äußern Sie sich öffentlich dazu. Normalerweise sind Sie schneller mit Erklärungen. Warum plötzlich so langsam?

          Die Kanzlerin hat am vergangenen Mittwoch das Entscheidende gesagt. Mir geht es darum, dass wir nun möglichst schnell den Blick nach vorne richten. Auf uns wartet viel Arbeit.

          Röttgen kam mit Ihnen 1994 zusammen in den Bundestag. Beide aus Nordrhein-Westfalen. Sie gehörten beide zur „Pizza-Connection“ - sprachen mit den Grünen und ärgerten Helmut Kohl. War er Ihnen auch ein persönlicher Freund?

          Wir waren und wir sind freundschaftlich verbunden.

          Wären Sie Bundeskanzler, hätten Sie Röttgen entlassen?

          Nach der dramatischen Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen war eine neue Situation entstanden. Gleichzeitig gibt es bei der Umsetzung der Energiewende Verhakungen. Ich erinnere daran, dass im Bundesrat eine Zweidrittelmehrheit gegen die Kappung der Solarförderung zustande gekommen war. Natürlich ist dafür Norbert Röttgen wahrlich nicht allein verantwortlich. Aus meiner Sicht gab es aber ein berechtigtes und sehr nachvollziehbares Anliegen, durch einen personellen Neuanfang neuen Schwung in die Umsetzung der Energiewende zu bringen.

          Bis zum Wahltag wurde Röttgen als Umweltminister gelobt. Auch am Wahlabend selbst wurde noch gesagt, er müsse nicht zurücktreten. Was geschah danach?

          Natürlich müssen alle Beteiligten eine so schwere Niederlage erst einmal verdauen. Es war auch nicht so, dass wir am Abend der Nordrhein-Westfalen-Wahl schon mit allen Überlegungen fertig waren. Über die Auswirkungen dieser dramatischen Niederlage und ihre Ursachen wurde natürlich intensiv weiterdiskutiert. Dazu gehörte die Frage, ob Norbert Röttgen noch die erforderliche politische Durchsetzungskraft für die Umsetzung der Energiewende hat.

          Wurden Sie als Generalsekretär in die Meinungsbildung der Bundeskanzlerin einbezogen?

          Als CDU-Generalsekretär arbeite ich ausgesprochen vertrauensvoll mit der Parteivorsitzenden und Bundeskanzlerin zusammen. Dazu gehört auch, dass ich über vertrauliche Gespräche nicht öffentlich spreche.

          Gehörte auch Röttgens Zögern, in jedem Falle nach Düsseldorf zu wechseln, zu den Gründen, die zu seiner Entlassung beitrugen?

          Jedenfalls sind sich heute alle einig, dass Röttgens Zögern mit zu dem schlimmen Ergebnis geführt hat. Der desaströse Wahlausgang, der ursächlich mit strategischen Entscheidungen des Spitzenkandidaten zusammenhängt, berührt natürlich seine Durchsetzungskraft. Ich bedauere das sehr, auch weil es für Norbert Röttgen eine bittere Entscheidung ist. Auch mich als seinen langjährigen Weggefährten lässt so etwas nicht kalt. Norbert Röttgen hat viel für unser Land und die CDU getan. Aber das Wahlergebnis einerseits und die Notwendigkeit andererseits, bei der Umsetzung der Energiewende einen großen Sprung nach vorn zu machen, zwangen zur Entscheidung. Ich bin überzeugt, dass Peter Altmaier, der über eine sehr große Zustimmung in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion verfügt, mit ganzer Entschiedenheit die Energiewende voranbringt.

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