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Kandidat für CDU-Vorsitz : Merz distanziert sich von Merkel

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Bewirbt sich um den CDU-Vorsitz: der frühere Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz Bild: AFP

In seinem Essay für die F.A.Z. übt Friedrich Merz Kritik am Krisenmanagement der Kanzlerin. Das Vertrauen in die CDU sei zwar hoch, aber Merkels Politik könne „die Risiken für den Eintritt weiterer Krisen“ ungewollt erhöht haben.

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          Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, der frühere Fraktionschef Friedrich Merz, hat sich von der Krisenpolitik der Bundeskanzlerin distanziert. In einem Beitrag für die F.A.Z. schreibt Merz, Angela Merkel habe die Partei „solide und skandalfrei“ durch die Jahre geführt. Dennoch müsse die Partei, so wie Merkel das gegenüber Helmut Kohl festgestellt habe, wieder „laufen lernen“.

          Ein einfaches „Weiter so“ reiche nicht aus, um dem Land eine Perspektive zu geben. Merz erinnerte in diesem Zusammenhang an das „völlige Zerwürfnis“ zwischen Merkel und Kohl, mit dem ihre Karriere als Parteivorsitzende begonnen habe.

          Friedrich Merz' programmatischen Essay über die CDU als „Partei des Wandels“ können Sie hier (mit Fplus) nachlesen. Nach Dr. Norbert Röttgen ist Merz der zweite der drei Bewerber um den CDU-Vorsitz, der auf Einladung der F.A.Z. seine Vision über die Zukunft der CDU vorstellt.

          Die Krisenpolitik Merkels der vergangenen zwei Jahrzehnte hat laut Merz den Staat in „die Rolle eines Rückversicherers für alle gesellschaftlichen Risiken“ gedrängt. Zwar habe „zupackendes Handeln“ dazu geführt, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die Union und in die Bundeskanzlerin „überwiegend sehr groß“ waren.  Dennoch müsse man sich fragen, „ob wir dafür wirklich genug und vor allem das Richtige tun“, um aus einer Krise stärker herauszukommen, als Deutschland hineingegangen sei. Merz wirft in seinem Essay außerdem die Frage auf, ob die Krisenpolitik „nicht ungewollt die Risiken für den Eintritt weiterer Krisen“ erhöht habe.

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