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Krise in der Union : Günther lehnt CDU-Vorsitz ab, weiter Kritik an der CSU

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CDU-Chef Armin Laschet und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther Bild: dpa

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident hat nach eigenen Worten kein Interesse daran, Armin Laschets Nachfolge anzutreten. Niedersachsens CDU-Chef wirft der Schwesterpartei CSU mangelnden Teamgeist vor.

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          Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sieht sich bei der personellen Neuaufstellung der CDU nicht an vorderster Front. „Ich bin gerne bereit, bei der Neuaufstellung im Bund zu helfen, aber nicht in vorderster Front“, sagte der Unionspolitiker der Welt. Günther wurde zuletzt neben Wirtschaftsexperte Friedrich Merz, Gesundheitsminister Jens Spahn, Außenexperte Norbert Röttgen und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus für den CDU-Vorsitz gehandelt.

          „Wir brauchen insgesamt einen Aufbruch und sollten deshalb unseren gesamten Vorstand neu wählen – und zwar noch im Verlauf dieses Jahres“, sagte Günther weiter und kritisierte, dass bei der Debatte über die Neuaufstellung der Partei immer nur Männer eine Rolle spielten.

          Althusmann sieht CSU in der Mitverantwortung

          Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann warf der Schwesterpartei CSU mangelnden Teamgeist vor. „Der CSU hat es an Teamgeist in der schwierigsten Phase der Union gefehlt“, sagte Althusmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Führungsspitze der CSU trage eine gehörige Portion Mitverantwortung für das schlechte Ergebnis der Union bei der Bundestagswahl. „So manche Grenze wurde da unnötig überschritten.“ Er appellierte an seine Partei: „Geschlossenheit ist das Ziel und die erreichen wir nicht, wenn wir weitermachen wie bisher.“

          Die CDU/CSU war bei der Bundestagswahl auf 24,1 Prozent abgestürzt, während die SPD mit 25,7 Prozent stärkste Kraft wurde. CDU-Chef Armin Laschet hatte angekündigt, dass er den Spitzengremien der Partei an diesem Montag einen Vorschlag zur personellen Neuaufstellung vorlegen will. Er selbst möchte diesen Prozess moderieren.

          Vor den Beratungen forderte Unionsfraktionsvize Thorsten Frei (CDU) eine stärkere Mitsprache der Parteibasis. „Bei der Neuaufstellung der CDU-Führung müssen wir ernsthaft darüber diskutieren, wie die Mitglieder der Partei mehr Mitsprache erhalten“, sagte der stellvertretende Vorsitzende von CDU und CSU im Bundestag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag.

          „Konferenzen mit der Basis reichen nicht aus“, sagte er. „Ein Mitgliedervotum über den Parteivorsitz hat Potential, birgt aber auch Risiken.“ Wichtig sei: „Eine Hängepartie über eine Entscheidung an der Parteiführung darf es nicht geben.“

          Frei sprach sich vor den Beratungen der Parteispitze für Besonnenheit aus. Beim „Neuanfang“ helfe „weder ein Scherbengericht noch ein kompletter Austausch der Parteiführung von heute auf morgen“, sagte er den Funke-Zeitungen. „Klar ist, dass die CDU schnell handlungsfähig werden muss mit einem Team an der Spitze, das auch an der Parteibasis Rückhalt hat.“

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