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Cannabis und die Koalition : Das Ende des Rauschs

Recht auf Rausch? Bild: dpa

Das hätte man wissen können: Der von der Ampel geplanten Freigabe von Rauschmitteln steht europäisches Recht entgegen.

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          Das Recht auf Rausch gehört zur DNA der Grünen – und damit auch zum Wesensgehalt der Ampelkoalition. Hat ja auch irgendwie mit Freiheit und zugleich mit Sozialismus zu tun. Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen, forderte einst der Kabarettist Wolfgang Neuss.

          Doch die Pläne zur Legalisierung von Cannabis könnten so kümmerlich enden wie die Maut-Vorhaben der CSU – die Älteren erinnern sich. Gerade eine so offene Koalition, die nichts im nationalen Alleingang entscheiden möchte, sollte zumindest einen Blick in das europäische Rund und auf die internationale Rechtslage werfen.

          Auch die Niederlande sind kein Vorbild

          Dann zeigt sich nämlich: Ganz so hinterwäldlerisch steht Deutschland nicht da, auch nicht in Sachen Rausch. Und ganz so einfach wird es nicht, wenn man Cannabis hierzulande legalisieren will. Da stehen einige Vereinbarungen ziemlich ausdrücklich dagegen, die eine Kriminalisierung von Cannabis fordern und etwa eine Ausfuhr schwierig machen. Auch die Niederlande sind kein Vorbild, da auch sie Cannabis zwar dulden, aber keineswegs generell entkriminalisiert haben.

          Der große Anspruch der Ampel, den vermeintlich natürlichen Genuss eines Rauschmittels freizugeben, ist also alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Aber natürlich darf sich weiterhin jeder Einzelne auch hierzulande berauschen – auch an sich selbst.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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