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Bundesweite Aktionen : Licht aus gegen Pegida

  • Aktualisiert am

„Tolerante Europäer gegen Idiotisierung des Abendlandes“

In Hamburg forderten bei einer Kundgebung am Hauptbahnhof rund 4000 Menschen Toleranz und Offenheit gegenüber Flüchtlingen und anderen Kulturen. An der Demonstration mit dem Motto „Tolerante Europäer gegen die Idiotisierung des Abendlandes“ („Tegida“) nahmen auch Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft und Gewerkschafter teil.

Rund 3000 Menschen gingen in München und Würzburg aus Protest gegen Pegida auf die Straße. Zeitgleich demonstrierten in beiden Städten rund 350 Bürger gegen eine angebliche „Islamisierung des Abendlandes“. 

Rund 500 Demonstranten haben in Frankfurt gegen ein Treffen des örtlichen Ablegers von Pegida protestiert. Mitglieder der Gruppe, die sich Fragida nennt, hatten sich in der Bar eines Hotels getroffen, und zwar offenbar, um Veranstaltungen in Frankfurt zu planen. Die Gegendemonstranten, darunter Anhänger der linksradikalen Szene, hatten im Internet zum Protest aufgerufen und zogen am Abend vor dem Hotel auf. Mit lauten Rufen kritisierten sie die Bewegung. Unter anderem beschimpften sie sie als „Nazis“.

An dem Hotel hämmerten sie gegen die Scheiben, um das Treffen zu stören. Es wurden Feuerwerkskörper geworfen. Die Polizei sicherte das Gebäude schließlich mit Dutzenden Beamten ab.

Zu dem Fragida-Treffen aufgerufen hatte der Frankfurter AfD-Politiker Hans-Peter Brill. Er teilte gestern mit, er wolle nach dem Vorbild von Pegida auch Veranstaltungen in Frankfurt organiseren. Dass ihm „im Vorhinein schon das Recht abgesprochen“ werde, Demonstrationen zu planen, sei unverständlich.

Dem Vernehmen nach wollten die Teilnehmer des Treffens gestern Details des Fragida-Protests klären. Beteiligt hatten sich 14 Interessenten unterschiedlicher Lager. Es soll auch ein Anhänger der NPD darunter gewesen sein. Brill sagte auf Anfrage, er wolle das nicht kommentieren. Er habe nicht alle Teilnehmer gekannt, die zu dem Vorbereitungstreffen gekommen seien. Er werde aber nun im Nachhinein prüfen, wer sich als Mit-Organisator zur Verfügung gestellt habe. „Sollten darunter Personen sein, die unerwünscht sind“, werde er sich das Recht vorbehalten, sie auszuschließen.

In Kassel hatte die Pegida-Bewegung zum sechsten Mal zu ihrem „Stadtspaziergang“ aufgerufen. Dem Aufruf waren nach Angaben der Polizei etwa 200 Menschen auf in die Innenstadt gefolgt. Von einem großen Aufgebot an Polizisten und zu einer Metallmauer dicht geparkten Polizeiwagen getrennt hatten sich demgegenüber etwa 250 Gegendemonstranten versammelt. Anwesende Polizisten schätzten die Zahl der Demonstranten auf beiden Seiten höher ein. Zum Kagida-Aufzug seien bis zu 300 Personen gekommen, zur Gegendemonstration bis zu 400.

Ohne Außenbeleuchtung: die Semperoper in Dresden während einer „Pegida“-Demonstration Ende Dezember

Auch in Rostock kamen rund 800 Menschen zusammen, um unter dem Motto „Willkommen im Abendland! Rostock für alle“ ein Zeichen gegen eine für nächste Woche geplante Pegida-Demonstration zu setzen.

In Dresden beteiligten sich mehr als 2000 Menschen an einer Gegenveranstaltung. In der sächsischen Landeshauptstadt, wo die Pegida-Bewegung entstanden war, hatten zuletzt am 22. Dezember 17.500 Menschen unter anderem für eine Verschärfung des Asylrechts demonstriert. Die Polizei zählte in Dresden am Montagabend rund 18.000 Pegida-Anhänger. Während der Demonstration ließ Volkswagen seine gläserne Manufaktur in der sächsischen Landeshauptstadt unbeleuchtet. VW stehe „für eine offene, freie und demokratische Gesellschaft“, teilte der Konzern mit.

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