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Bundeswehr : Was der Bundestag geloben sollte

„Augen rechts“: Rekruten der Bundeswehr beim öffentlichen Gelöbnis vor dem Reichstagsgebäude Bild: dpa

Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr müssen erleben, dass sie vom Volk und dessen Vertretern nicht als Söldnertruppe betrachtet werden, mit der man nichts zu tun haben will.

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          Sechs Jahre hat es gedauert, bis die Bundeswehr, die gerne Parlamentsarmee genannt wird, wieder zu einem feierlichen Gelöbnis vor dem Parlament antreten durfte. Wird es jetzt zu der Militarisierung der Gesellschaft, der Außenpolitik und vielleicht auch noch der Milchwirtschaft kommen, vor der bei solchen Gelegenheiten so reflexhaft gewarnt wird, dass man die Warnung schon für einen Teil des Rituals halten kann?

          Wohl kaum. Noch immer müssen die Soldaten, die auf solchen Veranstaltungen schwören oder geloben, „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“, vor Übergriffen gewaltbereiter Demonstranten geschützt werden, die jedenfalls kein Problem mit der Militarisierung des Protests haben.

          Doch der Rückzug in die Kasernenhöfe oder in die Einsamkeit eines Hochgebirgsübungsplatzes war und wäre keine gute Entscheidung. Insbesondere seit der Aussetzung der Wehrpflicht ist es nötiger denn je, dem Volk, dessen Recht und Freiheit verteidigt wird, zu zeigen, wer sich dieser Aufgabe aus freien Stücken verschrieben hat. Und die Soldatinnen und Soldaten müssen erleben, dass sie vom Volk und dessen Vertretern im Bundestag nicht als Söldnertruppe betrachtet werden, mit der man in der Öffentlichkeit möglichst wenig zu tun haben will.

          Der Bundestag sollte geloben, die Bundeswehr mindestens einmal im Jahr zu einem Gelöbnis direkt vor seinen Toren einzuladen. An geschichtsträchtigen Gelegenheiten dazu fehlt es in Deutschland nicht.

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