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Bundeswehr : Staatsanwaltschaft stellt Verfahren wegen geöffneter Feldpost ein

  • Aktualisiert am

Einen Feldpostbrief im Lager der Internationalen Schutztruppe Isaf bei Kabul. Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt stellt das Ermittlungsverfahren wegen geöffneter Feldpost von Soldaten aus Afghanistan ein. Womöglich sei eine defekte Sortiermaschine schuld an den Beschädigungen.

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          Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat die Einstellung des Ermittlungsverfahrens wegen möglicher Feldpost-Manipulation bestätigt. Es hätten sich keine strafrechtlich relevanten Sachverhalte ergeben, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Ermittlungen führten demnach zu dem Ergebnis, dass möglicherweise eine Sortiermaschine im Briefzentrum in Darmstadt für die Beschädigungen der Sendungen verantwortlich war. Dass unbekannte Personen die Postsendungen geöffnet haben, ist den Angaben zufolge zwar nach wie vor nicht auszuschließen, konnte aber in keiner Weise nachgeweisen werden. Man sehe „sämtliche Möglichkeiten zur Aufklärung des Sachverhaltes“ als ausgeschöpft an, hieß es bei der Staatsanwaltschaft .

          Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), hatte nach einer Afghanistanreise Ende 2010 von rund 30 Fällen berichtet, in denen sich Soldaten über manipulierte Feldpost beschwert hatten: Entweder waren Umschläge beschädigt oder mitgeschickte Speichermedien wie USB-Sticks fehlten.

          Seinerzeit kam der Verdacht auf, Post von Soldaten im Auslandseinsatz sei systematisch geöffnet und kontrolliert worden. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt, in deren Zuständigkeitsgebiet die Feldpost-Leitstelle der Bundeswehr liegt, leitete umfangreiche Recherchen ein. Eine eigene Ermittlungsgruppe „EG Feldpost“ führte dem Zeitungsbericht zufolge mehr als 300 Gespräche mit Postabsendern und -empfängern. Umschläge wurden kriminaltechnisch untersucht, Transportkisten begutachtet, Umschlagplätze besichtigt.

          Die Ermittlungen führten zu dem Ergebnis, dass die Beschädigungen und Verluste vermutlich auf eine Sortiermaschine der Deutschen Post AG beim Postzentrum 64 in Darmstadt zurückzuführen sind. Die Staatsanwaltschaft sehe hier eine der wahrscheinlichsten Ursachen für die Vorgänge. Da die Umschläge in der Sortiermaschine durch mehrere Walzen und Förderbänder geleitet werden, könne es sein, dass dickere Gegenstände wie USB-Sticks herausgepresst wurden und in die Maschine fielen.

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