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Bundeswehr : Staatsanwaltschaft ermittelt nach tödlichem Unfall

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Ein Transportfahrzeug „Mungo” bei einer Vorführung (Archivbild) in Deutschland Bild: dapd

Nach dem Unfall auf einem Truppenübungsplatz, bei dem zwei Soldaten getötet wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das Verteidigungsministerium unterrichtet die Bundestags-Fraktionen über einen Vorfall leichtfertigen Umgangs mit der Waffe.

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          Die Ursache des Unfalls auf dem Truppenübungsplatz Baumholder mit zwei toten und vier verletzten Soldaten ist noch völlig unklar. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach, Michael Brandt, am Dienstag. Die Verletzten hätten noch nicht befragt werden können, weitere Zeugen für den Vorfall gebe es nach derzeitigem Stand nicht.

          Ein Bundeswehrfahrzeug vom Typ Mungo war am Montagnachmittag auf abschüssiger Strecke von der Fahrbahn abgekommen. Es fuhr gegen einen steinernen Panzerabweiser am Fahrbahnrand und wurde dann in einen Wald katapultiert. Ein Baum habe den Aufbau des Fahrzeugs abgerissen, sagte Brandt.

          Alle sechs Insassen seien aus dem Fahrzeug geschleudert worden. Das legt laut Brandt den Verdacht nahe, dass sie nicht angeschnallt waren. Erwiesen sei das aber noch nicht. Das Fahrzeug sei mit Gurten ausgestattet. Die beiden Todesopfer und zwei Schwerverletzte hatten im hinteren Teil des Mungo gesessen. Der Aufbau dort bestand aus Metallstangen und Planen. Ein Gutachter soll helfen, die Hintergründe des Unfalls zu klären. Die Soldaten sind Angehörige einer Bundeswehreinheit aus dem Saarland und waren den Angaben zufolge zu Ausbildungszwecken auf dem Truppenübungsplatz.

          Leichtfertiger Umgang mit der Pistole

          Über einen Vorfall in Afghanistan, bei dem ein Soldat leichtfertig eine Pistole auf einen Kameraden gerichtet haben soll, hat Verteidigungsstaatssekretär Wolf unterdessen am Montag die zuständigen Obleute der Bundestagsfraktionen unterrichtet. Demnach soll ein Mannschaftssoldat einem anderen, mit dem er letzten Freitag während einer Patrouille in einem Dingo-Transporter in Streit geraten sei, die Pistole aus dem Holster gezogen und sie ihm an den Kopf gehalten. Der Soldat sei sofort nach Hause geschickt worden, rechtliche und dienstrechtliche Konsequenzen würden geprüft. Die Soldaten stammten aus derselben Truppe, in der im Dezember ein Soldat durch eine Kugel getötet wurde - womöglich infolge spielerischen Umgangs mit einer Pistole, hieß es.

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