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Einsatz im Irak : Soldaten warnen vor „Zusammenbruch“ der Bundeswehr

  • Aktualisiert am

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen spricht mit deutschen und kurdischen Soldaten in Irak. Bild: dpa

Am Mittwoch will das Kabinett über die Ausweitung des Bundeswehreinsatzes im Irak entscheiden. Der Sprecher eines Soldatenforums fällt ein gravierendes Urteil über die Einsatzfähigkeit der Truppe.

          Ein Forum kritischer Soldaten in der Bundeswehr warnt vor der geplanten Ausweitung des Einsatzes im Irak. Der Sprecher des Arbeitskreises Darmstädter Signal, Florian Kling, antwortete am Mittwoch im SWR auf die Frage, ob die Bundeswehr einen solchen Einsatz bewerkstelligen könne: „Nein, sie kann das nicht schaffen. Wir haben ja noch nicht mal die Flugzeuge, um unsere Soldaten überhaupt in diesen Auslandseinsatz zu fliegen. Die Situation bei Personal und Material ist so angespannt, dass die Bundeswehr eigentlich kurz vor dem Zusammenbrechen ist.“

          Kling sagte, wenn die Bundeswehr künftig nicht nur im Norden, sondern auch in der Region Bagdad Soldaten im Kampf gegen Terroristen ausbilde, werde der Einsatz gefährlicher. „Wo Truppen in Bewegung sind, laufen sie Gefahr, auf Sprengfallen zu geraten und von Terroristen angegriffen zu werden. Das alles kann eigentlich nur schlimm enden.“

          Statt den Einsatz auszuweiten, solle die Bundeswehr eher darüber nachdenken, sich aus dem Irak zurückzuziehen. „Das Chaos im Irak haben die Amerikaner veranstaltet, und die sind dafür auch verantwortlich. Wir haben noch viele andere Verantwortungen übernommen, zum Beispiel in Mali und in Afghanistan. Und das halte ich für deutlich sinnvoller.“

          Das Bundeskabinett entscheidet am Vormittag über die Verlängerung von sechs Bundeswehreinsätzen. Der Ausbildungseinsatz im Irak zur Unterstützung des Kampfes gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) soll auf das ganze Land ausgeweitet werden. Bisher ist er auf die Kurdenregion im Norden des Landes beschränkt.

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