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Mangelnde Ausrüstung : Heimreise mit Hindernissen

  • -Aktualisiert am

Danke, dass Sie mit der Bundeswehr geflogen sind: Soldaten im Jahr 2016 auf der Luftwaffenbasis in Incirlik. Bild: Picture-Alliance

Für deutsche Soldaten in Afghanistan oder Mali gehört es zur Normalität, dass sich die Rückreise teils um Wochen verschiebt. Schuld ist die miserable Ausrüstung der Truppe.

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          Ein neuer Einsatz für die Bundeswehr: Sie soll bald nicht nur in Teilen des Iraks Soldaten ausbilden, sondern im ganzen Land. Noch ist unklar, wie viele Soldaten entsendet werden. Doch schon heute steht fest, dass sie sich mit einem Problem herumärgern werden, das seit langem existiert. Es besteht darin, dass die Bundeswehr nicht genügend betriebsbereite Flugzeuge hat, um ihre Soldaten in die Einsatzgebiete zu schaffen. Die Folge sind Flugverschiebungen von teilweise einer Woche und mehr sowie erhebliche Frustration unter den Soldaten und ihren Familienangehörigen. Verspätete Heimflüge, besonders aus Mali und Afghanistan, gehören inzwischen zur Normalität. Wegen des miserablen Ausrüstungszustands der Bundeswehr wird sich das absehbar nicht ändern.

          Erst Mitte Februar strandeten in der malischen Hauptstadt Bamako etwa 150 Soldaten, die mit einem Airbus A310 nach Köln gebracht werden sollten. Der A310 ist ein unbewaffnetes Transportflugzeug der Luftwaffe, das der zivilen Version dieses Typs gleicht. Nach dem Start in Dakar (Senegal) waren technische Probleme aufgetreten, die Maschine musste umkehren. Die meisten Soldaten saßen zwei Tage lang in Bamako fest, ehe sie mit einem A310 der französischen Luftwaffe bis Paris und von dort mit einer deutschen Regierungsmaschine, einem A340, nach Köln flogen. Einige wurden auch auf zivile Flüge von Air France und Turkish Airlines gebucht. „So geht das seit Jahren“, klagt ein Soldat, der regelmäßig in den Einsatz muss. Auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Bundeswehr verlasse sich in seinem Umfeld schon lange niemand mehr, sagt er. „Meine Kameraden und ich rechnen inzwischen vorsichtshalber immer eine Woche auf den geplanten Rückflugtermin drauf.“ Dann sei die Enttäuschung zu Hause nicht so groß, wenn sich die Ankunft wieder verzögert.

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