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Bundeswehr : Nicht nur Kongo, sondern auch Sudan?

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Minister Jung: Bundeswehr bald auch im Sudan? Bild: AP

Das Engagement der Bundeswehr in Afrika scheint demnächst über den Einsatz in Kongo hinauszugehen. Auch in Südsudan könnten laut Verteidigungsminister Jung deutsche Soldaten gefragt sein.

          Noch vor Beginn der eigentlichen Kongo-Mission der Bundeswehr steht schon ein weiterer Einsatz deutscher Soldaten in Afrika zur Debatte. „Ich kann nicht ausschließen, daß wir für den Südsudan auch angefragt werden. Die Vereinten Nationen (UN) haben die Nato um Unterstützung gebeten. Darüber wird diskutiert“, sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung der „Bild am Sonntag“.

          Im Gegenzug könnten die deutschen Truppen auf dem Balkan stufenweise abgezogen werden. Jung reiste am Sonntag in die kongolesische Hauptstadt Kinshasa, um sich dort knapp einen Monat vor den ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten über die Vorbereitungen der EU-Schutzmission mit 2000 Soldaten zu informieren.

          „Zu Weihnachten ist die Truppe daheim“

          Jung versicherte, die Kongo-Mission der Bundeswehr werde maximal vier Monate dauern. Die Mandate der Vereinten Nationen und auch des Bundestages seien klar begrenzt. „Zu Weihnachten ist die Truppe wieder daheim.“

          Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sind derzeit etwa 35 Bundeswehrsoldaten in Kinshasa und rund 110 in Gabuns Hauptstadt Libreville stationiert. Dort wird sich ein Großteil der 780 deutschen Soldaten während des Einsatzes aufhalten. Jung wird am Dienstag in Libreville erwartet. Schon an diesem Montag ist ein Treffen mit Kongos Staatspräsident und Regierungschef Joseph Kabila geplant.

          Das deutsche Hauptkontingent wird vom 10. bis 18. Juli verlegt. Die UN hatten die Europäische Union um Hilfe bei der Absicherung der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen gebeten. Die UN selbst haben etwa 17.000 Soldaten in dem zentralafrikanischen Land. „Es ist nicht unsere Aufgabe, den Kongo insgesamt zu stabilisieren. Wir sichern die demokratischen Wahlen ab“, betonte der Verteidigungsminister.

          Möglicher Abzug vom Balkan

          Der Kommandeur der EU-Mission, der deutsche General Karlheinz Viereck, sagte, die EU-Truppen würden Menschen aus Gefahren retten und für Stabilität sorgen, wenn das die UN-Soldaten nicht leisten könnten. Er betonte jedoch im Magazin des Deutschen Bundeswehrverbandes: „Das schlimmste Bild, das auftauchen könnte, wäre, daß wir Europäer nur die Weißen aus Kinshasa herausholen.“

          Über die Möglichkeiten eines Abzugs deutscher Soldaten vom Balkan sagte Jung: „Ich will hier keine falschen Signale senden. In Bosnien haben wir im Oktober Wahlen. Aber wenn wir dort und im Kosovo eine positive Entwicklung zu verzeichnen haben, müssen wir danach über eine Strategie des stufenweisen Abzugs unserer Soldaten nachdenken.“

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